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Politik
Ausgabe
5/2018

Kommentar zur deutschen Außenpolitik

Weltmacht wider Willen

Wir brauchen endlich eine Außenpolitik, die unserem kolossalen Gewicht in der Welt entspricht.

Florian Gaertner / photothek.net

Regierungsmaschine in Berlin

Von
Dienstag, 30.01.2018   19:18 Uhr

Die Fakten flimmern noch, aber es ist durchaus denkbar, dass sich Türken und Kurden auf syrischem Boden gerade mit deutschem Kriegsgerät beschießen. Wäre das ein Skandal? Oder gehören derlei Probleme, hässlich, unvermeidlich, zum Alltag einer Großmacht?

Deutsche Waffen in fernen Konflikten schüren stets einen routinierten, schwarz-weiß eingefärbten Streit. Pazifistisch gestimmte Menschen finden es grundsätzlich moralisch empörend, dass Deutschland überhaupt Waffen baut und verkauft. Dagegen verweisen die Prediger des Pragmatismus, der vom Zynismus nicht immer leicht zu unterscheiden ist, auf internationale Verpflichtungen, Standortfragen und dergleichen. Am Ende verfehlen alle gemeinsam das Thema.

Deutschland, das ist das Thema, findet nicht zu einer Außenpolitik, die seiner Größe und Bedeutung entspricht. Es hat wenig bis nichts geholfen, dass der einstige Bundespräsident Horst Köhler aus dem Amt stolperte, weil er die damals noch unerhörte Selbstverständlichkeit aussprach, dass es zwischen Militäreinsätzen und wirtschaftlichen Interessen Verbindungen gebe. Auch Joachim Gaucks kühne Rede über eine neue, auch bewaffnete Rolle Deutschlands in der Welt hatte letztlich kaum Effekt.

Deutschland bleibt ein Land, das zwar zu den Motoren der globalen Ökonomie und zu den tragenden Säulen der westlichen Welt zählt, das seine daraus resultierende Rolle auf der internationalen Bühne aber beharrlich verweigert. Damit ist nicht nur militärisches Mitmachen gemeint. Deutsche Außenpolitik könnte, wenn sie sich denn so definieren wollte, in ehrgeizigen Initiativen für eine bessere Welt bestehen. Wir könnten viel aktiver werden bei der Moderation regionaler Konflikte, wir könnten viel entschlossener bei der Transformation afrikanischer Gesellschaften helfen, statt über "Fluchtursachen" immer nur zu palavern.

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