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Über Pfefferschoten hüpfen

Endlich mal keine 3-D-Grafik: "Rayman Origins" ist gezeichnet. Von Görig, Carsten

E ine alte Villa in Montpellier. Hier, in der südfranzösischen Provinz, befindet sich das Studio von Michel Ancel, 39. Für ihn ist die Abgeschiedenheit Voraussetzung, um Spiele zu entwickeln, die abseits vom Mainstream sind. Der französische Entwickler hat mit Rayman das Maskottchen der Spielefirma Ubisoft erfunden, mit "King Kong" eines der wenigen guten Spiele zu einem Film gemacht und mit "Beyond Good & Evil" den Foto-Shooter entwickelt. "In meinen Spielen geht es darum, Gefühle zu vermitteln, nicht darum, einen Highscore zu knacken." Sein neues Werk "Rayman Origins" ist ein Hüpf-, ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem der Spieler eine Figur an Gegnern vorbei und über Hindernisse steuern muss. Das Besondere daran ist die Präsentation: Statt der Mainstream-3-D-Grafik hat Ancel alle Hintergründe, alle Figuren zeichnen lassen und sich dabei von französischen Comics und alten Disney-Filmen inspirieren lassen. So sieht das Spiel aus wie ein detailverliebter, bewegter Comic, egal, ob die Figuren in der Küche Flammen ausweichen, über Pfefferschoten hüpfen oder sich durch den Dschungel schwingen. Die Musik passt perfekt, und auch beim zehnten Durchgang gibt es Neues zu entdecken.

KulturSPIEGEL 1/2012
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