Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft
Ausgabe
48/2017

Putzfrau, Au-Pair, Lieferservice

Unser feines Leben - dank Billigpersonal. Ist das fair?

Immer mehr gestresste Mittelschichtsfamilien leisten sich preiswerte Helfer, die ihnen den Alltag erleichtern, die für sie aufräumen, einkaufen, die Kinder abholen. Das ist praktisch - doch wer denkt an die Helfer?

Maria Feck / DER SPIEGEL

Fahrradkurier König: Pro Bestellung fünf Euro, plus Trinkgeld

Von
Sonntag, 26.11.2017   14:43 Uhr

Manchmal genügt ein Malheur, um das fragile Gebilde, das sich Familie nennt, durcheinanderzubringen. So wie an jenem Tag vor einigen Wochen. Julie S., 35, Produktmanagerin in leitender Position, war geschäftlich in Krakau. Sie saß in einem Meeting, als der Anruf aus Deutschland kam: Elisabeth, ihre dreijährige Tochter, habe Durchfall. Jemand müsse sie dringend aus dem Kindergarten abholen.

Titelbild

Aus dem SPIEGEL

Heft 48/2017
Stunde Null
Land ohne ...Richtung, ...Einigkeit, ...Kanzlerin?

Ihr Mann Kai, 36, konnte nicht einspringen. Der Wirtschaftsingenieur steckte bei der Arbeit fest. Es war Anastasiia, das Au-pair der Familie, die zum Kindergarten in Hasloh bei Hamburg fuhr und das Mädchen samt Zwillingsbruder Henry nach Hause brachte.

Nach der Geburt der Zwillinge war Julie S. neun Monate zu Hause geblieben. Viel länger hätte sie es nicht ausgehalten. Sie liebt ihren Job. Ihn für die Kinder aufgeben? "Das stand für mich nie zur Debatte." Julie S. sitzt am Esstisch der Familie, eine große blonde Frau, die eben noch schnell ein Telefonat mit Kunden erledigt hat. Seit Elisabeth und Henry anderthalb sind, arbeitet sie wieder Vollzeit. Genau wie ihr Mann.

Es ist ein modernes Familienmodell, das die S. leben. So wie Millionen deutsche Paare, die es selbstverständlich finden, nach der Geburt ihrer Kinder in den Job zurückzukehren. Aber auch eines, in dem Zeit eine knappe Ressource ist. Und das ohne Unterstützung von außen kaum auskommt.

Um Job, Familie und Haushalt zu stemmen, hat Familie S. ein System von bezahlten und unbezahlten Helfern aufgebaut: Nachmittags, nach dem Kindergarten, betreut das russische Au-pair Anastasiia, 23, die Zwillinge. Mittwochs haben Oma und Opa Kinderdienst. Donnerstags kommt eine Putzhilfe. Kleidung, Schuhe und Möbel bestellt die Familie auf Ebay und bei Amazon. Alle paar Wochen bringt ein Fahrer von Eismann Tiefkühlkost.

"Ich habe gelernt zu delegieren", sagt Julie S.. Weil der Alltag der Familie sonst nicht funktionieren würde. Und weil sie ihre Zeit lieber mit Dingen verbringt, die ihr wichtig sind.

Die wenigen Stunden, die ihr abends bleiben, wolle sie nicht mit Putzen oder Wäschewaschen verschwenden, sagt Sternberg. "Wenn ich entscheiden kann: Decke ich den Abendbrottisch? Oder mache ich mit den Kindern ein Puzzle? Dann nehme ich das Puzzle."

Den Abendbrottisch übernimmt Anastasiia, die seit knapp einem Jahr mit im Haus der Familie wohnt und sich 30 Stunden pro Woche um Kinder und Haushalt kümmert.

Anfangs sei es ihr schwergefallen, Hilfe anzunehmen, sagt Julie S.. Sie habe dem Au-pair nicht bei der Arbeit zusehen können. Besonders dann nicht, wenn sie selbst Freizeit hatte. "Andere Frauen wären in so einer Situation zum Sport gegangen. Ich habe angefangen, irgendwas aufzuräumen oder zu wischen. Eigentlich völlig absurd." Erst mit der Zeit sei sie entspannter geworden.

In den letzten 10, 15 Jahren hat sich die Rollenverteilung in deutschen Familien gravierend verändert: In jeder zweiten Partnerschaft mit Kindern arbeiten heute entweder beide Eltern Vollzeit oder ein Partner Voll- und der andere Teilzeit.

Der Abschied von der Alleinverdienerehe ist ohne Frage ein Fortschritt. Aber er hat auch neue Probleme aufgeworfen: Wer putzt die Wohnung, wer holt die Kinder ab, wer macht die Besorgungen, wer kümmert sich um die Großeltern, wenn sie alt werden? Denn dreckige Badezimmer und Einkaufslisten, Wäscheberge und Papierkram sind ja immer noch da. Nur die Zeit ist geschrumpft.

Um dem zu entkommen, setzen immer mehr Familien auf etwas, das man bislang vor allem aus der Wirtschaftswelt kannte: Outsourcing. Tätigkeiten, die früher die Hausfrau geräuschlos und unbezahlt erledigte, werden nun häufiger abgegeben - an externe Dienstleister, die für einige Stunden, manchmal sogar dauerhaft ins Haus kommen. Oder bis an die Türschwelle, wie die mehr als 100.000 Boten, die Pakete von Amazon, Zalando und anderen Firmen ausfahren. Auch die Rekordumsätze des Onlinehandels sind ein Symptom einer neuen Dienstleistungskultur. Der Einkauf wird aus Zeitgründen ins Internet ausgelagert.

So ist in den vergangenen Jahren ein neuer Wirtschaftssektor entstanden, der davon lebt, Menschen mit knappem Zeitbudget Entlastung zu verschaffen. Es ist ein unübersichtlicher Markt, weil nicht ganz klar ist, wer dazugehört, und viele Jobs von amtlichen Statistiken und Finanzämtern nicht erfasst werden. Einer Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge leisten sich rund 3,6 Millionen deutsche Haushalte eine Hilfe. Doch nur ein Bruchteil der Kräfte sind reguläre, also sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Stattdessen dominieren Minijobs, aber vor allem Schwarzarbeit. Zwischen 2,7 und 3 Millionen Haushaltshilfen putzen unangemeldet in deutschen Wohnungen, schätzen die Ökonomen. Das sind fast 90 Prozent.

Fest steht aber auch, dass der Bedarf das Angebot um ein Vielfaches übersteigt. Vermittler, Dienstleistungsfirmen und Experten sprechen von einem "leer gefegten Markt" und einer "riesigen Versorgungslücke". Auf dem Land, wo die Kitas oft schon am frühen Nachmittag schließen, sind Betreuungskräfte gefragt. In den Großstädten, wo der Familienanschluss häufig fehlt, werden Leihgroßmütter gesucht, die stundenweise auf die Kinder aufpassen. Im ganzen Land mangelt es an Putzkräften, Babysittern, Pflegern.

Es ist ein Problem, das Millionen Deutsche betrifft. Ein Problem, das sich in den nächsten Jahren noch verschärfen wird, weil die Menschen immer älter werden und der drohende Fachkräftemangel es nicht zulassen wird, dass Frauen für längere Zeit aus ihrem Beruf aussteigen.

"Man kann nicht über die höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen reden, ohne die haushaltsnahen Dienstleistungen mitzudiskutieren", sagt der Wirtschaftsethiker und Sozialphilosoph Bernhard Emunds. Unter Fachleuten ist es längst Konsens, dass das eine ohne das andere nicht funktioniert; dass Vereinbarkeit nur dann realistisch ist, wenn Familien neben Kita-Plätzen und Ganztagsschulbetreuung auch Unterstützung bei der Hausarbeit bekommen.

DER SPIEGEL

Doch die Realität sieht anders aus. Es fehlt nicht nur an legalen und bezahlbaren Angeboten. Der Markt ist zudem weitgehend unreguliert, prekäre Beschäftigung ist die Regel, Ausbeutung keine Seltenheit.

Normalisierungsarbeit nennen Soziologen all das Putzen, Bügeln und Windelnwechseln. Ziel ist es, etwas wiederherzustellen, das in Unordnung geraten ist. Das erklärt, warum diese Arbeit nicht nur als lästig gilt, sondern als kaum der Rede wert.

Tatsächlich werden in Haushalten (und an Haustüren) die großen Verwerfungen unserer Zeit sichtbar. Bei der Frage, wer dient und wer bedient wird, geht es immer auch um soziale Unterschiede, um Geschlechterrollen, um Herkunft.

Der Stress und der Zeitdruck, die Familien empfinden, führten zu "einem permanenten häuslichen Ablasshandel", um "Zeit zu gewinnen für höherwertige Aufgaben in Beruf und Familie", schreibt der Autor Christoph Bartmann ("Die Rückkehr der Diener"). Die Dienstleister, die diesen Ablasshandel ermöglichen, seien "Werkzeuge der bürgerlichen Existenz-, vielleicht auch nur der Wohlstands- und Zukunftssicherung", glaubt Bartmann.

Diese Ökonomie der Entlastung wirft Fragen auf, gesellschaftliche und politische, aber auch solche, die sich jeder einzelne Kunde stellen muss: Ist es vertretbar, dass die Privilegierten ihre Probleme an die weniger Privilegierten weitergeben? An Menschen, denen Stress und Vereinbarkeitsnöte ja

Tim Wegner / DER SPIEGEL

ipartment-Hausmanager Bursa, Ey: Zugeschnitten auf die Bedürfnisse moderner Jobnomaden

auch nicht fremd sind?

Ist es in Ordnung, dass wir all jene Aufgaben wegorganisieren, die uns zu banal und zu unangenehm sind? Wann wird aus dem Bedürfnis nach Entlastung Bequemlichkeit? Und kann man sich von diesem Problem freikaufen?

Ein Septemberabend in Berlin. Jan König, 32, schiebt sein froschgrünes Rennrad aus dem Hauseingang eines Altbaus im Stadtteil Schöneberg. Er trägt Radlerhosen und einen klobigen Rucksack mit Känguru-Aufdruck, das Erkennungszeichen seiner Zunft, der Fahrradkuriere des Essenslieferdienstes Deliveroo. Gerade hat König einem älteren Mann eine Pizza und eine Portion Pannacotta vom Italiener um die Ecke in den vierten Stock gebracht.

Zweieinhalb Stunden nach Beginn seiner heutigen Schicht hat König 20 Kilometer durch Berlin zurückgelegt, ist unzählige Stufen hochgespurtet und hat 33,50 Euro verdient. Als selbstständiger Fahrer wird König allein für die Aufträge bezahlt, die er schafft. Pro Bestellung bekommt er fünf Euro, plus Trinkgeld. Wie großzügig oder wie geizig die Leute sind, hängt von vielen Faktoren ab, hat König festgestellt: von der Tageszeit, vom Wetter und von der Etage, in der die Kunden wohnen. Mittags kommt nur wenig Trinkgeld zusammen, weil König da häufig Großbestellungen in Büros abliefert und sich dort niemand verantwortlich fühlt. Das Gegenteil ist der Fall, wenn er junge Familien bedient. Bei Regen bekommt er mehr Trinkgeld als bei gutem Wetter. Kunden, die weiter oben wohnen, sind großzügiger als jene in unteren Etagen. Pro Stockwerk legen sie nach Königs Erfahrung 50 Cent drauf. Je mehr Treppen der Fahrradkurier steigen muss, desto schlechter offenbar das Gewissen.

Was seine Kunden gemeinsam haben? "Es sind fast alles Leute, die Kohle haben, jedenfalls mehr Kohle als ich", sagt er. "Ich bediene die Wohlhabenden." Er habe noch nie so viele ausgebaute Dachgeschosswohnungen und so viele teure Möbel gesehen wie in seiner Zeit bei Deliveroo.

Oben ist, wer bestellt. Unten ist, wer liefert. Es ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts.

Ursprünglich hat König Verlags- und Medienkaufmann gelernt. Irgendwann merkte er, dass eine Festanstellung und Karriereambitionen nichts für ihn sind. Seit Januar fährt er 10 bis 15 Stunden pro Woche für Deliveroo. Damit verdient er pro Monat 400 bis 500 Euro brutto exklusive Trinkgeld. Nebenbei repariert er Computer und jobbt in einem Büro. Er hat weder eine Unfallversicherung noch eine Altersvorsorge.

Eigentlich möge er seinen Job, sagt König: "Ich werde fürs Fahrradfahren bezahlt." Wäre da nicht dieser Druck. Und diese Unsicherheit. Denn Deliveroo wälzt nicht nur die Kosten für die Ausrüstung auf die selbstständigen Fahrer ab, sondern auch das unternehmerische Risiko. Im Winter stürzte König auf glatter Straße. Zwei Wochen konnte er auf keinem Fahrrad fahren und auch kein Geld verdienen.

Das Internet hat ein neues Oben und Unten geschaffen. Oben ist, wer bestellt, unten ist, wer liefert. Es ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts.

Die neue digitale Botenklasse trägt nicht nur immer mehr Waren aus - 2016 wurden in Deutschland 2,6 Milliarden Pakete verschickt, so viele wie nie zuvor. Sogenannte Gig-Arbeiter (Bezahlung pro Auftrag) bieten nun auch ihre Zeit und ihre Arbeitskraft übers Internet an. Mit Flexibilität und Selbstbestimmung hat das wenig zu tun. Denn die Regeln bestimmen nicht die Dienstleister, sondern die digitalen Plattformen, die jene Aufträge vermitteln. Unternehmen wie Deliveroo oder Uber, die über Millionen Euro Wagniskapital verfügen und von Finanzinvestoren beherrscht werden.

Der Plattformkapitalismus hat auch das Verhältnis zwischen Kunden und Dienstleistern verändert. "Häusliche Dienste werden jetzt auf eine Weise digital gemakelt, die dem Kunden suggeriert, es gebe hinter dem Smartphone-Wisch und -Klick gar keine realen Arbeiter mehr, sondern allenfalls noch Ergebnisse", schreibt Christoph Bartmann. Die Kunden buchen einen Service, keine Person. Aus der Putzkraft, deren Namen und Biografiefetzen man kennt, wird der anonyme "Helpling", vermittelt vom gleichnamigen Berliner Reinigungs-Start-up. Auch die Arbeitsbedingungen der Gig-Arbeiter lassen sich so prima verdrängen. Moralische Fragen sind im Plattformkapitalismus nicht Sache der Kunden, sondern allenfalls der digitalen Vermittler. Diese Fragen werden outgesourct.

Daneben ist das Ringen um die Organisation der häuslichen Aufgaben auch ein Beleg dafür, wie tief Geschlechterrollen in der Gesellschaft verankert sind. Hausarbeit, aber auch Kinderbetreuung und Pflege waren und sind Frauenarbeit. Ehefrauen, Töchter und Schwiegertöchter werden völlig selbstverständlich dafür verantwortlich gemacht, egal ob sie zu Hause bleiben oder berufstätig sind.

Dass Frauen heute mehr arbeiten als je zuvor, hat daran nichts geändert. "Eine Umverteilung von Haus- und Sorgearbeit innerhalb der Partnerschaft hat in den letzten Jahren kaum stattgefunden", sagt Uta Meier-Gräwe, Professorin für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft. Meier-Gräwe untersucht regelmäßig, wie viel Zeit Eltern mit unbezahlter Arbeit verbringen. Im Schnitt kümmern sich Mütter täglich rund fünfeinhalb Stunden um Haushalt und Familie, Väter rund drei Stunden. Das Bemerkenswerte: Beide Zahlen sind seit der Jahrtausendwende fast gleich geblieben.

Mit welcher Aktivität würden Sie gern tendenziell mehr Zeit verbringen?

Was sich geändert habe, sei die Einstellung der Frauen, sagt Meier-Gräwe. Während es vielen früher peinlich war, jemanden für die Hausarbeit zu bezahlen, hätten junge Frauen heute kein Problem mehr damit.

"Die junge Generation ist weniger perfektionistisch und hat andere Prioritäten", sagt Meier-Gräwe.

Doch auch in der modernen Dienstbotengesellschaft bleiben Haus- und Sorgearbeit in doppelter Hinsicht Frauensache. Mit Ausnahme der Paketboten sind die Dienstleister in aller Regel Dienstleisterinnen - was mit ein Grund dafür ist, warum die Jobs in der Branche so schlecht bezahlt sind. Zum anderen sind Frauen in den meisten Familien letztverantwortlich für Haushalt und Kinder. Sie sind es, die den Familienalltag organisieren; die WhatsApp-Nachrichten an den Babysitter schicken und der Putzfrau sagen, dass die Fenster es auch mal wieder nötig hätten. Dieser mentale Ballast bleibt an den Frauen hängen - selbst dann, wenn die eigentliche Hausarbeit ausgelagert wird.

Vor vier Jahren setzte Klaus Müller, 66, einen Hilferuf ab. "Meine Frau war mit den Nerven am Ende", sagt Müller, während er am Küchentisch seines Elternhauses in Hövelhof bei Paderborn sitzt. Auf einen Teller sind Kekse drapiert, daneben steht Kaffee in einer silbernen Thermoskanne. "Es war klar, dass wir die Pflege meiner Mutter allein nicht mehr bewältigen können", sagt Müller.

Seiner Mutter Helga Müller, 85, war es seit ihrem 80. Geburtstag gesundheitlich immer schlechter gegangen. Zunächst kümmerte sich Müllers Frau um die Seniorin. Er selbst war als leitender Angestellter einer Medizintechnikfirma beruflich zu eingespannt. Irgendwann wurde die Belastung zu groß. Nur eines stand für Klaus Müller damals fest: In ein Heim sollte seine Mutter auf keinen Fall.

Stattdessen zog die Polin Danuta Bogdanska, 42, ins Haus der Müllers ein; seitdem wohnt sie im ehemaligen Schlafzimmer von Helga Müller. Auf der Decke des einstigen Ehebetts sitzt ein Stoffbär, daneben stehen Fotos der Familie aus Polen. Helga Müller schläft im Wohnzimmer.

Bogdanskas Tage beginnen um 7 Uhr und enden selten vor 22 Uhr. Sie macht den Haushalt, bereitet die Mahlzeiten zu, wäscht Helga Müller, zieht sie an, dreht sie im Bett um. Kurz vor dem Schlafengehen massiert sie ihre Patientin regelmäßig. "Dann schläft sie besser", sagt Bogdanska.

Bogdanska stammt aus einem Ort an der Ostsee. Nach einer Schneiderlehre arbeitete sie in einem polnischen Pflegeheim, wo sie zwölf Stunden am Tag schuftete und am Monatsende 500 Euro herausbekam. Heute verdient sie nach Abzug aller Abgaben 1117 Euro.

Vor zwei Jahren war Bogdanska dennoch kurz davor hinzuschmeißen. Damals wurde Helga Müller fast jede Nacht wach und schrie. Ob vor Schmerzen, wusste die Familie nicht. Bogdanska saß oft stundenlang an ihrem Bett. Am Morgen musste sie wieder raus. "Ich habe sie überredet zu bleiben", erzählt Klaus Müller. Bogdanska kenne seine Mutter mittlerweile besser als er, der Sohn.

Manchmal lädt er die Pflegerin zu Familienfeiern ein. Dann trinken sie gemeinsam mit der Verwandtschaft der Müllers Kaffee. Anschließend geht Bogdanska wieder nach oben und schaut nach ihrer Patientin.

Danuta Bogdanska sagt, dass ihr wahres Leben nun in Deutschland sei. Wenn sie frei hat, geht sie in die Stadt oder trifft andere polnische Pflegerinnen, die in Paderborn und Umgebung leben. Sie kauft sich gern etwas zum Anziehen. Kürzlich hat sie in Ägypten Urlaub gemacht.

Maria Feck / DER SPIEGEL

Polnische Pflegerin Bogdanska: Auch in Deutschland ist die globale Arbeitsmigration Grundlage der Dienstleistungsökonomie

Im Sommer war Bogdanska einen Monat lang in Polen. In dieser Zeit pflegte Klaus Müller seine Mutter allein. Am Ende war er völlig erschöpft. Gegenüber der Pflegerin empfinde er vor allem eines, sagt er: Dankbarkeit.

Zwischen 115.000 und 300.000 Frauen wie Bogdanska leben laut einer Schätzung der Gewerkschaft Ver.di in deutschen Wohnungen. Sie kommen aus Ungarn, Tschechien, aber vor allem aus Polen und springen dort ein, wo die Angehörigen die Pflege zeitlich und mental nicht schaffen.

In den letzten 15, 20 Jahren ist so eine Parallelwelt zur stationären und ambulanten Pflege entstanden, ein rechtlicher Graubereich, der vom Staat kaum kontrolliert wird. Familien wie die Müllers, die ihre Pflegerin als normale Arbeitskraft angestellt haben, sind die Ausnahme. Die Mehrheit der osteuropäischen Pflegerinnen arbeitet schwarz oder ist über ein fragwürdiges Entsendemodell beschäftigt. Die Dauerbereitschaft und die viel zu langen Arbeitszeiten der Pflegerinnen sind eine Verletzung arbeitsrechtlicher Standards.

Nicht nur im Fall von Danuta Bogdanska ist die Globalisierung Motor dieser Entwicklung. Der Reichtum des Nordens basiere auf der Ausbeutung des globalen Südens, schreibt der Münchner Soziologe Stephan Lessenich. Er meint damit in erster Linie den Raubbau an Menschen und Umwelt. Doch es fällt nicht schwer, die Verbindung zur Dienstbotengesellschaft zu ziehen. Denn auch hier sind es Menschen aus den weniger wohlhabenden Teilen der Welt, die das Lebensmodell der wohlhabenden Länder sichern. Das Lohngefälle zwischen Nord und Süd, zwischen West und Ost garantiert, dass der Nachschub an Arbeitskräften niemals versiegt.

Man muss nicht in die USA schauen, wo Millionen legaler und illegaler Einwanderer aus Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien die Haushalte der Mittelschicht am Laufen halten. Auch in Deutschland ist die globale Arbeitsmigration Grundlage der Dienstleistungsökonomie. Die osteuropäische Pflegerin ist dafür genauso ein Beispiel wie das Au-pair aus Russland und der spanische Fahrradkurier, den die Wirtschaftskrise in seiner Heimat in deutsche Großstädte getrieben hat.

Die US-Soziologin Arlie Russell Hochschild hat den Begriff der "global care chain" geprägt, der globalen Betreuungskette. Die Arbeitsmigrantinnen nehmen der westlichen Mittelschicht die Arbeit ab, bleiben aber trotzdem daheim für Haushalt und Familie verantwortlich. Nur können sie sich im Gegensatz zu ihren Auftraggebern von ihrem eigenen Vereinbarkeitsproblem nicht freikaufen.

Unweit des Frankfurter Bankenviertels steht ein Haus, in dem sich einst Büros der Deutschen Bahn befanden. An einem lauen Herbstabend tritt eine junge Frau in Sportklamotten hinaus ins Freie. Ein Mann im Anzug verschwindet in der Eingangstür. Drinnen, im Foyer, stehen dottergelbe Fahrräder. An einer Wand aus Sichtbeton hängt ein weiß gerahmter Druck, darauf der Spruch: "Let's stay home".

Heimisch sollen sich die Mieter des ipartments fühlen. Heimisch und umsorgt. 73 sogenannte Serviced Apartments befinden sich im Haus, mit Parkettboden und Regendusche ausgestattete Wohnungen. "Unsere Mieter wollen betüddelt werden", sagt Matthias Rincón, der neben dem Haus in Frankfurt fünf weitere ipartments in Deutschland und der Schweiz betreibt.

Für eine Monatsmiete zwischen 1190 und 2950 Euro reinigt eine Putzmannschaft alle 14 Tage die Wohnungen, wechselt Bettwäsche und Handtücher. Der benachbarte Italiener liefert auf Wunsch die Pizza aufs Zimmer. Die beiden Hausmanager Swenja Ey und Patrick Bursa, die hinter einer Glaswand neben dem Eingang sitzen, wechseln defekte Glühbirnen aus und nehmen Pakete und dreckige Hemden entgegen.

Die Mischung aus Wohnheim und Hotel ist zugeschnitten auf die Bedürfnisse moderner Jobnomaden. Auf Menschen, die nicht wissen, auf welchem Kontinent sie im nächsten Jahr arbeiten werden, und die weder Lust noch Zeit haben, sich mit Alltagsballast herumzuschlagen. "Die Nachfrage nach unserem Konzept ist exorbitant hoch", sagt Rincón. Das Haus sei so gut wie immer ausgebucht. Viele Bewohner sind Banker, Berater oder IT-Spezialisten, die für ihr aktuelles Projekt einige Monate in Frankfurt verbringen und dann weiterziehen.

Einige haben sich auch dauerhaft im ipartment eingemietet. So wie der alleinstehende Unternehmer, 52, der dort seit knapp zwei Jahren auf 60 Quadratmetern wohnt. Natürlich könne er auch selbst ein Bügeleisen bedienen, sagt er. Sich diese Dinge abnehmen zu lassen bedeute für ihn Luxus. Er erzählt, dass er vor seiner Scheidung ein Haus hatte, in dem es immer etwas zu reparieren gab. Er hasste diese Hausmeisterdienste. "Heute nehmen mir diese Dinge keine Zeit", sagt er.

In den letzten Jahren hat der Begriff "quality time", Qualitätszeit, Karriere gemacht. Er beschreibt den Wunsch, sich auf das zu konzentrieren, was als wichtig und als wertvoll wahrgenommen wird. Die Unternehmensberatung McKinsey hat rund 1500 Eltern gefragt, womit sie gern mehr Zeit verbringen würden. 89 Prozent hätten gern ein längeres zeitliches Fenster für gemeinsame Aktivitäten mit ihren Kindern, 86 Prozent wünschen sich mehr Schlaf, 84 Prozent mehr Zeit für Intimität mit dem Partner. Putzen und Aufräumen empfinden die Befragten dagegen neben dem Pendeln zum Arbeitsplatz als unangenehmste Zeitfresser.

Menschen, die sich diese Dinge abnehmen lassen, leben offenbar glücklicher. Das legt eine Studie der Harvard-Universität und anderer renommierter Hochschulen nahe. Die Forscher wollten wissen, welche Auswirkungen es auf das Stressempfinden und die Lebenszufriedenheit hat, wenn man Geld ausgibt, um sich von Haushaltsführung, Einkaufen oder Kochen zu befreien.

Dafür gaben die Wissenschaftler einer Gruppe von 60 Berufstätigen die Aufgabe, an zwei Wochenenden jeweils 40 Dollar auszugeben. Am ersten Wochenende sollten sich die Probanden Zeit erkaufen. Am zweiten Wochenende hatten sie das Geld zu ihrer freien Verfügung. Abends wurden sie telefonisch nach ihrem Gemütszustand befragt. Das Ergebnis: Am Ende des ersten Wochenendes fühlten sich die Probanden deutlich weniger gestresst. Der Tausch von Geld gegen Zeit wirke offenbar wie ein Puffer, der die negativen Auswirkungen von Stress und Zeitmangel abfedere, so das Fazit der Forscher.

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war es ein Alleinstellungsmerkmal der Oberschicht, sich Personal zu leisten. Die Schar an Dienern, die Adel und Bürgertum beschäftigten, war Ausdruck ihres Reichtums und ihres Status. Das änderte sich nach dem Ersten Weltkrieg, als Besitz und Privilegien verloren gingen und es viele der Angestellten in Büros und Fabriken zog, weil sie dort die besseren Jobs erwarteten. In der aufstrebenden Mittelschicht wurde die Hausfrau zum weiblichen Ideal. Ab den Wirtschaftswunderjahren galt es als Statussymbol, wenn die Ehefrau zu Hause blieb. In den vergangenen Jahren ist das Hauspersonal zurückgekehrt. Aus den Dienstboten von einst sind flexible Dienstleister geworden, die auch für die Mittelschicht erschwinglich sind.

Wahr ist auch, dass Hausangestellte in der Oberschicht nie ganz verschwunden waren. Axel Köhler und Adelheid Lewentat können davon erzählen. Beide haben jahrelang in sogenannten exklusiven Haushalten gearbeitet, er als Butler, sie als Hauswirtschafterin. Ihre Erfahrungen zeigen, wie es in den Häusern der Reichen und Superreichen zugeht, bei Menschen, die es gewohnt sind, für jeden Lebensbereich Personal zu haben.

Axel Köhler, 49, gelernter Hotelfachmann, hat für einen Scheich, eine deutsche Unternehmerfamilie und einen Kunstsammler in der Schweiz gearbeitet. Er hat die Sommer in Saint-Tropez und die Winter in den Bergen verbracht. Mit dem Scheich und dessen Ehefrau flog er acht Monate lang um die Welt.

Ein Butler sei "je nach Haushalt eine Mischung aus Privatsekretär, Chauffeur und Diener", sagt Köhler. Er organisiere Reisen, mache Besorgungen und bestücke den Weinkeller. Vor allem aber stehe er jederzeit für seine Vorgesetzten zur Verfügung, nach Mitternacht, am Wochenende, an Weihnachten.

"Ein exklusiver Haushalt funktioniert wie ein kleines Luxushotel", sagt Köhler. Zum festen Personal gehörten häufig ein Koch, ein Fahrer, eine Nanny und mehrere Haushälterinnen. Die schiere Größe der Häuser erfordert einen solchen Personalstamm. Und der Wunsch, sich mit Alltagsdingen nicht auseinanderzusetzen.

Einmal sollte Köhler einen Porsche beim Autohändler entgegennehmen. Sein damaliger Chef hatte das Gefährt zwar ausgesucht. Doch als es abholbereit war, schickte er den Butler los. Köhler wurde das Auto erklärt, dann brachte er es zum Anwesen.

Warum delegiert man so etwas ans Personal? "Vielleicht, weil es zu banal ist. Man will seine Zeit dafür nicht opfern", glaubt Köhler. Oder man hat es nicht gelernt. "Manche dieser Leute wissen nicht, wie eine Waschmaschine funktioniert. Sie mussten sich nie darum kümmern", sagt Adelheid Lewentat, die Hauswirtschafterin.

Lewentat, 49, arbeitete elf Jahre lang auf dem Gutshof einer vermögenden Familie. Zum Einstellungsgespräch kam sie im Kostüm. Ihre künftige Chefin ließ sie darin Fenster putzen.

Zu ihren Aufgaben gehörte "alles, was eine Hausfrau macht", sagt Lewentat. Wenn die Familie vom Reiten kam, putzte Lewentat die dreckigen Stiefel. Wenn einer der Hunde ins Wohnzimmer machte, reinigte sie den Teppich. Wenn die Tochter einen Geburtstagskuchen brauchte, buk sie einen, so erzählt es Lewentat. "Ich habe selten Nein gesagt. Ich wollte, dass es ihnen gut geht, weil ich sie als meine Familie angesehen habe." Darüber habe sie ihre eigenen Bedürfnisse und Sozialkontakte vernachlässigt, sagt Lewentat.

Köhlers und Lewentats Schilderungen wirken wie eine Episode aus der TV-Serie "Downton Abbey", die von einer englischen Adelsfamilie und ihrem Personal erzählt und Anfang des 20. Jahrhunderts spielt. Die Erlebnisse der beiden belegen, dass die Grenzen zwischen Dienstleistern und Auftraggebern einerseits zerfließen, andererseits aber stets klar sind. So persönlich und familiär die Beziehung im Einzelfall sein mag, wer oben und wer unten ist, steht zu keinem Zeitpunkt infrage.

Köhlers und Lewentats Erfahrungen zeigen auch, dass dort, wo Geld keine Rolle spielt, der Wunsch nach häuslicher Entlastung in Dekadenz umschlagen kann, in den Unwillen, aber auch das Unvermögen, sich mit Dingen zu befassen, die lästig und banal erscheinen.

Glaubt man Christoph Bartmann, dann ist das keine Gefahr, die allein Millionäre und Milliardäre betrifft. Bartmann hält auch das Verhältnis zwischen Mittelschichtsfamilien und ihren häuslichen Dienstleistern für neofeudal.

Tatsächlich sind die Motive der meisten Familien pragmatische und keine Frage der sozialen Distinktion. Die meisten haben ihre Haushaltshilfe oder Kinderfrau nicht aus Bequemlichkeit engagiert, sondern aus Mangel an Alternativen. Anders würde ihr Lebensmodell nicht aufgehen. Genauso hat der Wunsch, im Alter so lange wie möglich zu Hause zu leben, wenig mit Feudalismus zu tun.

"Es ist nicht verwerflich, die Hausarbeit zu delegieren. Entscheidend ist die Ausgestaltung der Jobs."

Trotzdem stellt sich die Frage, wie sich die enorme Nachfrage bewältigen lässt - so, dass alle Seiten davon profitieren, die Beschäftigten genauso wie die Kunden und der Staat, dem durch Schwarzarbeit jedes Jahr Steuereinnahmen in Milliardenhöhe entgehen.

Dass sich das Problem von allein lösen wird, ist jedenfalls nicht zu erwarten. Die Digitalisierung wird höchstwahrscheinlich viele Jobs gefährden. Doch Erzieher, Pfleger, selbst Haushaltshilfen werden in näherer Zukunft kaum durch Maschinen ersetzt werden können. Dafür sind Sozialkompetenz und Einfühlungsvermögen in diesen Jobs zu wichtig.

"Es ist nicht verwerflich, die Haus- und Sorgearbeit zu delegieren. Entscheidend ist die Ausgestaltung der Jobs, die dahinterstehen", sagt Wirtschaftsethiker Bernhard Emunds. Es greife zu kurz, die Verantwortung dafür als individuelle Herausforderung zu betrachten, mit der jede Familie allein umgehen müsse. Stattdessen sollte die Politik das Thema endlich als ihren Zuständigkeitsbereich ansehen.

Emunds plädiert wie viele seiner Fachkollegen für eine staatliche Subventionierung haushaltsnaher Dienstleistungen. Zwar fördert der Staat diese schon jetzt durch Steuervorteile. Wer zudem seine Haushaltshilfe anmeldet, kann einen Teil der Kosten steuerlich absetzen und bekommt am Jahresende bis zu 4500 Euro vom Finanzamt zurück. Die Schwarzarbeit hat das jedoch kaum eingedämmt.

Wie eine sinnvolle staatliche Förderung aussieht, lässt sich in Belgien beobachten. Seit 2004 kann dort jeder Bürger sogenannte Dienstleistungsschecks erwerben und bei zugelassenen Firmen einlösen. Eine Stunde Hilfe im Haushalt, legal und ohne schlechtes Gewissen, kostet die Belgier so aktuell 9 bis 10 Euro. Den Rest, rund 13 Euro, übernimmt der Staat. Seit Einführung des Gutscheinsystems hat sich die Zahl der Unternehmen für Haushaltsdienstleistungen verdoppelt, Zehntausende reguläre Jobs sind entstanden - und ein Markt, der vorher so nicht existierte.

In Heilbronn und drei Landkreisen in Baden-Württemberg läuft seit diesem Frühjahr ein zweijähriges Modellprojekt nach belgischem Vorbild, das unter anderem vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Auch wenn die Vorgaben deutlich strenger sind als in Belgien, wollen die Projektleiter den Nachweis erbringen, dass Haushaltsgutscheine auch in Deutschland eine richtige, eine wichtige familienpolitische Maßnahme wären.

Ein solcher Schritt würde nicht nur ein Angebot schaffen, das dringend benötigt wird, er würde die Lage der Beschäftigten verbessern und ihnen womöglich Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen, die aktuell fehlen. Er würde der Branche auch insgesamt zu mehr Anerkennung verhelfen. Weil Putzen als Profession dann vielleicht nicht mehr als halb private Tätigkeit angesehen würde, sondern als ein Job wie jeder andere.

Ein Gutscheinmodell wie in Belgien kann aber nicht alle Konflikte lösen. Zusätzlich muss der Ausbau von Kitas, Ganztagsschulen und Pflegeeinrichtungen weiter vorangetrieben werden.

Und es wäre notwendig, über flexible Arbeitszeitmodelle nachzudenken. Über Konzepte, die es den Menschen ermöglichen, ihre Arbeitszeit für einige Zeit zu reduzieren, so wie es aktuell unter anderem die IG Metall fordert. Denn eine Gesellschaft, in der alle so viel arbeiten, dass niemand mehr die Gelegenheit hat, sich um andere zu kümmern, wäre alles andere als fortschrittlich.

Alle Dinge auszulagern, die im Alltag irgendwie lästig erscheinen, sei eben auch kein Lebensmodell, das zwingenderweise glücklich mache, glaubt Bernhard Emunds. "Ich halte es nicht für erstrebenswert, alles zu delegieren, was sich delegieren lässt, nur um sich voll und ganz dem Job widmen zu können." Das eigene Zuhause herzurichten, zu kochen, für andere Menschen zu sorgen sei "Ausdruck der leiblichen Existenz", sagt Emunds. Diese Arbeit erde uns. Sie mache uns letzten Endes: menschlich.


Im Video: Kurierfahrer Jan König arbeitet für das StartUp "Deliveroo". Er fährt mit dem Fahrrad Essen aus. Bezahlt wird er nicht pro Stunde, sondern pro Lieferung. Im Video erzählt er, warum er den Job trotzdem mag - und was ihn viel mehr ärgert.

Foto: Maria Feck / Der Spiegel

Artikel

© DER SPIEGEL 48/2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP