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ZeitungenWetten auf den Chef

Es gibt derzeit nicht viele Chefredakteure im Journalismus, die die Kunst des geordneten Rückzugs beherrschen. Alan Rusbridger, seit fast 20 Jahren Chef des britischen Guardian, gehört zu den Ausnahmen: Er kündigte für nächsten Sommer seinen Abgang von der Spitze des linksliberalen Blattes an. Seitdem wird in London über die Nachfolge auf einen der wichtigsten Posten im britischen Journalismus spekuliert, und es dauerte nicht lange, bis sich Wettbüros einschalteten. Beim Wettanbieter Ladbrokes hat Janine Gibson, Chefredakteurin der Guardian-Website, mit 6:4 derzeit die besten Quoten. Für zehn Pfund Einsatz würde Ladbrokes im Fall ihrer Ernennung 15 Pfund auszahlen. Gleich dahinter folgt Katharine Viner, Chefin des Guardian in den USA, mit einer Quote von 3:1. Mit dem letzten Platz muss sich Paul Dacre abfinden, Leiter der rechtspopulistischen Daily Mail, der auf eine Quote von 500:1 kommt. Sogar Rebekah Brooks steht auf der Liste, die frühere Sun-Chefin und Rusbridgers Intimfeindin. Etwa hundert Teilnehmer hätten bisher gewettet, so ein Ladbrokes-Sprecher. Er rechne aber mit einem Anstieg, wenn die Gerüchteküche weiterbrodelt.
Von Cx

DER SPIEGEL 52/2014
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