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DER SPIEGEL

KunstStreit und Harmonie

In der kommenden Woche beginnt im Münchner Lenbachhaus eine Bilderschau, die von der Freundschaft der Expressionisten August Macke und Franz Marc handelt. An einem Werk könnte sich Streit entzünden: an Mackes lichtem "Gartenbild" von 1911. Der Leihgeber ist die in Kulturkreisen umstrittene Düsseldorfer Portigon AG. Vor Kurzem wurde bekannt, dass Portigon als Rechtsnachfolgerin der Landesbank WestLB ihre 400 Werke umfassende Kunstsammlung veräußern will, um Schulden zu tilgen. Schon 2014 gab es eine öffentliche Debatte, weil eine zu Portigon gehörende Spielbank zwei Warhol-Bilder für insgesamt 152 Millionen Dollar in den USA versteigern ließ. Von kulturellem Ausverkauf war die Rede - der geht nun weiter. Mehrere Direktoren großer Museen in Nordrhein-Westfalen haben sich in einer Erklärung gegen den "zynischen" Schritt ausgesprochen. Aufgebracht war man auch darüber, dass Portigon die Bilder zuvor in NRW-Museen ausstellen wollte - was den Wert der Objekte steigern würde. Die Direktoren wehren sich dagegen, als "Durchlauferhitzer" zu dienen. Nun bietet München, eher unabsichtlich, doch eine Bühne. Die Schau, die vorher in Bonn zu sehen war, ist seit Langem geplant. Man habe den Leihvertrag unterzeichnet, als von den Plänen des Unternehmens nichts bekannt gewesen sei, sagt Matthias Mühling, Leiter des Lenbachhauses.
Von Uk

DER SPIEGEL 5/2015
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