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Peter Struck,

48, neuer Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, verhalf einem Parteifreund mit eigenwilligen Tricks zu Redezeit und Zuhörern. Bei einer Bundestagsdebatte hatte die SPD bereits nach dem ersten von zwei Debattentagen ihre Redezeit um 38 Minuten überschritten. Folge: Der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Thierse hätte nicht mehr sprechen dürfen. Struck handelte mit seinem CDU-Kollegen Friedrich Bohl zusätzliche Zeit aus und bot als Gegenleistung an, daß die SPD auf eine namentliche Abstimmung am Ende der Freitagssitzung verzichte. Bohl schlug ein, und der Großteil der Regierungsfraktion reiste vorzeitig ins Wochenende. Die Sozis hingegen hatte Struck vorsichtshalber nicht informiert: "Sonst hätte ja keiner mehr dem Thierse zugehört."

DER SPIEGEL 10/1991
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