Akten bereinigt
Der Abrüstungs- und Verteidigungsminister der DDR, Rainer Eppelmann, hat sich in Bonn abermals unbeliebt gemacht. Kurz vor der Verschmelzung der beiden deutschen Armeen gab er Offizieren der Nationalen Volksarmee Gelegenheit, Hinweise auf ihre politische Vergangenheit - fast alle "Kader" waren in der SED - und auf Stasi-Mitarbeit aus ihren Personalakten zu tilgen. Eppelmann handelte allerdings nach geltendem DDR-Recht. Die letzte SED-Regierung unter Hans Modrow hatte vorsorglich eine Verordnung erlassen, wonach in "Staatsorganen" und Betrieben "schrittweise . . . die vorhandenen Personalakten aufgelöst . . . werden".
