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Bagdad entsendet Terroristen

Ägyptische Sicherheitsbeamte verhafteten vorige Woche zum erstenmal seit Beginn der Golfkrise irakische Staatsangehörige und Palästinenser, die angeblich in Kairo und anderen Städten Sprengstoffanschläge verüben sollten, um Ägypten für sein militärisches und politisches Engagement gegen den Irak zu bestrafen. Auch in Syrien, in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten sitzen seit drei Wochen über 200 meist jugendliche Saboteure in Untersuchungshaft. Sie waren, als Kuweit-Flüchtlinge getarnt, von Bagdad zur Destabilisierung der Golfmonarchien in Marsch gesetzt worden. Die Mehrheit der Infiltranten wurde gefaßt, weil die Computer in den Grenzposten und Flughäfen am Westufer des Golfs mit den Nummern der 300 000 unbenutzten kuweitischen Reisepässe gespeist wurden, die den irakischen Truppen bei der Eroberung Kuweits in die Hände fielen. Der ägyptische Geheimdienst hat inzwischen die EG-Staaten davor gewarnt, daß irakische und palästinensische Agenten in Großbritannien, der Bundesrepublik, Frankreich und Italien auf den Einsatzbefehl aus Bagdad warten. London reagierte daraufhin am Mittwoch mit einer drastischen Verschärfung der Kontrollen auf den Flughäfen.

DER SPIEGEL 40/1990
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