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Brasilien gründet Kinderministerium

Mit einem Ministerium für Kinderangelegenheiten will der brasilianische Präsident Fernando Collor versuchen, die Not der 17 Millionen obdach- und elternlosen Kinder in dem Riesenland zu lindern. Ein erster Report des Ministeriums zum Problem der Kinderprostitution schildert dramatisches Elend. Danach müssen 600 000 brasilianische Mädchen unter 16 ihren Lebensunterhalt mit Sex verdienen. 450 000 sind allein in den wild wachsenden Boom-Städten des Amazonasgebiets auf Kunden aus, viele davon Goldgräber, die den Service der "meninas" ("kleine Mädchen") mit fünf Gramm Goldstaub entlohnen. Im Bundesstaat Para hat die Stadtverwaltung von Serra Pelada ein Zuzugsverbot für Frauen und Mädchen erlassen sowie Alkohol verboten, um ein "unkontrollierbares Chaos" zu verhindern. Doch Hilfe kann das Kinderministerium bisher nicht anbieten - nur Empörung.

DER SPIEGEL 40/1990
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