MODERNES LEBENFotografie in der Tschechoslowakei
Der nackte Adam ist kopflos, seine Arme recken sich surrealistisch verzerrt nach oben. 14mal fotografierte ihn Michal Macku in verschiedenen Posen, anschließend wurden die Aufnahmen retuschiert und zu einer Collage verarbeitet. Das Resultat findet sich in dem Band "Tschechoslowakische Fotografie der Gegenwart", den jetzt die Heidelberger Edition Braus gemeinsam mit dem Kölner Museum Ludwig herausgibt (168 Seiten; 78 Mark). Er dokumentiert, neben Mackus Arbeiten, Bilder dreier Fotografen-Generationen, die während der achtziger Jahre entstanden. Das Spektrum reicht von künstlerisch-abstrakten Werken über Porträt- und Alltagsstudien bis zu aktuellen politischen Fotos von der Flucht frustrierter DDR-Bürger in die Prager Botschaft der Bundesrepublik. Dem Vergleich mit ihren ambitionierten westlichen Kollegen sind die vom sozialistischen Realismus emanzipierten Tschechoslowaken allemal gewachsen.
