RÜCKSPIEGELZitate, Der SPIEGEL berichtete . . .
Die Neu-Isenburger Ärzte Zeitung über den SPIEGEL-Bericht "Stellen Sie ''nen Eimer hin" (Heft 8/1992):
Für den Frankfurter Neonatologen Professor Dr. Volker von Loewenich, der bis Dezember 1991 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin war, sind die Anschuldigungen gegen den Leiter der Erfurter Frauenklinik Dr. Erich Wagner - "auch wenn man da sehr vorsichtig sein muß" - durchaus glaubwürdig . . . Er hält die Vermutung, daß die Tötungspraxis von besonders kleinen, unreifen Frühchen in der damaligen DDR Methode hatte, wie der SPIEGEL schreibt, für plausibel. Er führt in diesem Zusammenhang das Bestreben des DDR-Regimes an, in den Statistiken zur Säuglingssterblichkeit zumindest mit dem Westen gleichzuziehen . . .
Die in Eimer gegebenen Kinder gingen nicht in die Statistik der Säuglingssterblichkeit ein, sondern wurden als Abort registriert. Um dieses Ziel zu erreichen, sei auf Klinikärzte auch subtiler Druck ausgeübt worden - etwa in Form eines Telefonats: "Das Büro Soundso würde sich freuen, wenn Sie folgende statistische Ergebnisse erreichten . . ." Wenn dann noch hinzukomme, daß das Benutzen von Wassereimern vom Klinikpersonal allgemein akzeptiert werde, dann sei "der Schritt, Leben zu unterbinden, nicht mehr weit". *ÜBERSCHRIFT: Der SPIEGEL berichtete . . . *EINLEITUNG: . . . in Nr. 1/1992 - STUR UND STRENG; Nr. 5/1992 - BLAMAGE MIT FOLGEN über den Kinofilm "Hitlerjunge Salomon", den die deutsche Auswahlkommission nicht für einen "Oscar" als "besten ausländischen Film" vorgeschlagen hatte, obwohl er eine Chance auf den Filmpreis gehabt hätte.
Die amerikanische Filmakademie in Los Angeles nominierte "Hitlerjunge Salomon" am vergangenen Mittwoch in der Kategorie "Bestes Drehbuch" für einen "Oscar". Die Preisträger werden am 30. März in Hollywood bekanntgegeben. *EINLEITUNG:
. . . in Nr. 7/1992 - DREIFACH GEDREHT über die geplante Verleihung der medizinischen Ehrendoktorwürde an den alten Nationalsozialisten und ehemaligen SA-Standartenführer Wilhelm Heim, 85, durch die Ost-Berliner Humboldt-Universität.
Am Mittwoch der vergangenen Woche beschloß der Akademische Senat nach Lektüre des SPIEGEL mit 15:1 Stimmen bei 5 Enthaltungen, die für den 28. Februar geplante Feier abzusagen und die Ehrengäste wieder auszuladen.
