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Vogel Bundespräsident?

Hans-Jochen Vogel hat gute Chancen, 1994 die Nachfolge Richard von Weizsäckers als Bundespräsident anzutreten. Helmut Kohl hält den Sozialdemokraten als neues Staatsoberhaupt für "vorstellbar". Das Verhältnis des Kanzlers zu Vogel hat sich in den vergangenen zwei Jahren wesentlich verbessert. Kohl rechnet dem Genossen die Unterstützung bei der Einheit hoch an. Vogel legte den SPD-Fraktionsvorsitz Ende 1991 nieder. Damit ist nach Kohls Ansicht 1994, wenn die Neuwahl ansteht, der zeitliche Abstand zu Vogels Rolle als Oppositionsführer groß genug. Für das Amt empfehle sich Vogel auch durch seine Funktion als Obmann in der überparteilichen Verfassungskommission. Eine Kandidatur von Johannes Rau hält Kohl wegen dessen ungeklärter Nachfolge als NRW-Ministerpräsident für unwahrscheinlich.

DER SPIEGEL 9/1992
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