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Botschafter abgehört

Mitarbeiter des offiziell aufgelösten tschechoslowakischen Staatssicherheitsdienstes StB haben Telefongespräche des Prager Botschafters in Bonn, JirI Grusia, systematisch abgehört und versucht, die Vertragsverhandlungen zwischen der Bundesrepublik und der CSFR zu torpedieren. Mehrfach wartete das frühere KP-Organ Rude pravo mit Indiskretionen auf, die nur aus Telefonaten Grusias mit dem Außenministerium JirI Dienstbiers stammen konnten. Grusia machte einen früheren Oberst und Ehemann einer Sekretärin als Gefolgsmann der alten KP-Seilschaft aus und forderte, zunächst vergeblich, die Entfernung der verwanzten Telefonanlage. Als der Botschafter eigenmächtig eine Anlage der deutschen Firma DeTeWe leaste, wollte das Prager Außenministerium die alte Anlage wieder einbauen lassen. Grusia drohte Dienstbier vergangene Woche mit Rücktritt - und darf die abhörsicheren Telefone jetzt behalten.

DER SPIEGEL 9/1992
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