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DER SPIEGEL

Was macht BMW in Wackersdorf?

Die Manager des Münchner BMW-Konzerns wissen nicht, was sie mit ihrem Grundstück auf dem Gelände der ehemals geplanten atomaren Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf anfangen sollen. Die Bayern hatten nach dem Scheitern des Großprojekts Mitte 1989 ein Areal von knapp 50 Hektar zum Schleuderpreis von zwei Mark pro Quadratmeter gekauft. Für neu errichtete Gebäude, für Maschinen und Jobs erhielt das Unternehmen Zusagen über üppige Prämien. Im Gegenzug verpflichteten sich die BMW-Manager, auf dem Gelände "bis zum 31. 12. 1995 (mindestens) 1600 Dauerarbeitsplätze" zu schaffen. Doch die Konzernstrategen grübeln noch immer, wie sie die Vorgabe erreichen sollen. Bislang läßt BMW in Wackersdorf nur Cabrios komplettieren, die in Regensburg gebaut werden. Ursprünglich wollten die BMW-Manager auf dem Areal noch eine riesige Recyclinganlage bauen. Doch die Wiederaufarbeitung für Autos, ermittelten Experten, werde viel zu teuer. Auch Spezialfahrzeuge wie Polizei- oder Panzerwagen, so stellte sich heraus, lassen sich andernorts billiger fertigen. Langfristig möchten die BMW-Manager deshalb die Produktion der 7er Reihe von Dingolfing nach Wackersdorf verlegen. Doch auch dieser Plan könnte bald Makulatur sein. Geht es mit der Automobilkonjunktur weiter bergab, lohnt sich ein neues Werk in Wackersdorf für das Unternehmen nicht mehr.

DER SPIEGEL 9/1992
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