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DER SPIEGEL

Funkstille im D-Netz

Gut ein halbes Jahr nach dem offiziellen Start des sogenannten D-Netzes herrscht immer noch Funkstille beim digitalen Mobilfunk (D1). Außer einem Testbetrieb tut sich nichts in den von der Telekom für den Digitalfunk vorbereiteten Regionen. Auch beim Mannesmann Mobilfunk, der mit D2 der Telekom Konkurrenz machen darf, läuft nichts. Hauptgrund für die Verzögerung: Bislang kann kein Gerätehersteller ein amtlich zugelassenes Mobiltelefon verkaufen. Nun droht den Netzbetreibern neues Ungemach: Vorletzte Woche stoppte ein Gericht in Lüneburg den Bau eines Sendeturms für das Funknetz. Möglicherweise, so die Richter, könnte die elektromagnetische Strahlung des Turms die Anwohner gefährden. Hat das Urteil Bestand, müssen Telekom und Mannesmann eventuell ihre Netzstruktur neu planen. Schon jetzt hat die Mannesmann Mobilfunk durch die Verzögerung mindestens zehn Millionen Mark eingebüßt. Der Telekom kommen die Pannen gar nicht so ungelegen. Kunden, die ein Funktelefon wollen, müssen auf das analoge C-Netz ausweichen. Dort aber hat der Post-Ableger ein Monopol.

DER SPIEGEL 9/1992
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