Namensstreit um Mazedonien
Der griechische Staatspräsident Konstantin Karamanlis sieht sein Land in Not. Zum ersten Mal gelang es dem 84jährigen Senior der griechischen Politik, die zankenden Politiker an einen Tisch zu bringen: Ministerpräsident Konstantin Mitsotakis und die Chefs der drei Oppositionsparteien einigten sich darauf, eine gemeinsame nationale Strategie "in aktuellen Grundsatzfragen der Außenpolitik" anzustreben. Der Zerfall Jugoslawiens, Probleme mit der benachbarten Republik Mazedonien, mit Albanien und Bulgarien, vor allem aber die internationale Aufwertung der Türkei machen den Griechen große Sorgen. Die Runde kam überein, die Anerkennung der ehemals jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien durch die EG solange hinauszuschieben, bis diese verbindlich auf Gebietsansprüche gegenüber Griechenland verzichtet und den von den Griechen exklusiv beanspruchten Namen "Mazedonien" aus dem Staatsnamen streicht. Mitsotakis, der seinen für den Sommer geplanten Ankara-Besuch mit einem Freundschaftsabkommen besiegeln will, mußte sich verpflichten, die Unterzeichnung des Vertrags von einer vorherigen Lösung der Zypern-Frage abhängig zu machen.
