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DER SPIEGEL

Schwul in Russland

Andrej war 18, als er zum ersten Mal einen Jungen küsste: "Er blieb über Nacht, und es war wundervoll." Doch kurz darauf sprayte jemand "Tötet die Schwuchtel" an Andrejs Haustür, seine Mitschüler verprügelten ihn auf offener Straße. Und die Nachbarn feuerten sie an. Andrej heißt eigentlich anders, er möchte nicht in den Suchmaschinen auftauchen. Denn schwul sein bedeutet für ihn und alle anderen Homosexuellen in Russland Gefahr: 37 Prozent der Menschen hier halten Homosexualität für eine Krankheit, die behandelt werden muss, 2013 trat ein Gesetz gegen "homosexuelle Propaganda" in Kraft. Wie leben Schwule und Lesben in diesem Klima aus Befremden und Hass? Und wie kämpfen sie dagegen an?

DER SPIEGEL 27/2016
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