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DER SPIEGEL

StaatsanleihenVerzerrte Zinsen

Finanzministerium sieht EZB-Ankäufe mit Sorge.
Das Bundesfinanzministerium beurteilt die Auswirkungen des Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) zunehmend kritisch. Angesichts der anhaltenden Ankäufe der Notenbank an den Märkten für Staatspapiere "wird das Angebot von Bundesanleihen immer knapper", heißt es in einer internen Vorlage des Bundesfinanzministeriums. Als Folge gerieten deren "Renditen zusätzlich unter Druck". Mit Sorge betrachten die Beamten von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Auswirkungen der Ankäufe auf die Anleihen anderer Länder. So seien die Renditen italienischer Papiere unter die Marge von US-amerikanischen Staatsanleihen gefallen, "sehr wahrscheinlich infolge der Aufnahme des EZB-Kaufprogramms". Die Zinsen auf italienische Staatsanleihen hätten sich "an die in Europa wichtigen Benchmarks von Deutschland und Frankreich angenähert". Dahinter steht die Befürchtung, dass die EZB das Zinsgefüge verzerrt. Staaten mit hoher Verschuldung wie Italien zahlen für gewöhnlich höhere Zinsen, weil bei ihnen das Risiko eines Zahlungsausfalls größer ist.
Von Rei

DER SPIEGEL 35/2016
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