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DER SPIEGEL

BurmaMaulkorb für den Hetzer

Er wird das "Gesicht des buddhistischen Terrors" genannt, ein "burmesischer Bin Laden" – so radikal, so menschenverachtend sind die antimuslimischen Hasstiraden des Mönchs Wirathu. Jetzt hat ihn ein von der Regierung ernanntes Komitee zum Schweigen verdammt; Wirathu darf seine kruden Thesen ein Jahr lang nicht bei öffentlichen Auftritten verbreiten. Ein überfälliger Schritt – und gleichzeitig eine hilflose Reaktion der Regierung unter Aung San Suu Kyi auf den internationalen Druck, die brutale Verfolgung der muslimischen Minderheit der Rohingya endlich zu stoppen. Zehntausende flohen allein in den vergangenen Monaten vor den Übergriffen des Militärs aus dem Westen Burmas; auch die Regierungsbeteiligung der Friedensnobelpreisträgerin hat daran nichts geändert. Wirathu gehört der nationalistisch-buddhistischen Bewegung 969 an, die in der Vergangenheit immer wieder aufs Schärfste gegen Muslime hetzte. Die Bewegung gilt als verlängerter Arm der Militärs, die bis zu den Wahlen 2015 das Land beherrschten, aber bis heute mächtig sind. Wohl deshalb schweigt De-facto-Regierungschefin Suu Kyi zu den religiösen Spannungen im Land.
Von Kku

DER SPIEGEL 12/2017
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