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WALT DISNEY

Aus die Maus

Die drei deutschen Disney-Läden in Frankfurt, München und dem CentrO in Oberhausen werden geschlossen. Besonders die Filiale auf der Frankfurter Zeil, 1993 mit viel Pomp gestartet, galt schon länger als Sorgenkind. Statt der erhofften 1,5 Millionen Besucher kamen 1998 bloß 500 000. Und die nahmen oft nur den ersten Teil des Store-Konzepts ("Unterhaltung und Verkauf") beim Wort: Viele kamen und stöberten zwischen den Produkten rund um Mickymaus, kauften aber nichts. "Die Geschäfte waren einfach nicht profitabel genug", sagt Disney-Sprecherin Monique Amaudry. Im vergangenen Jahr war wegen anhaltender Erfolglosigkeit bereits der Maus-Laden in Mülheim an der Ruhr geschlossen worden. Weltweit verkauft der Konzern seine Devotionalien in mehr als 700 eigenen Geschäften, allein in Europa sind es über 100. In Deutschland will das Unternehmen, dessen Reingewinn im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um über 70 Prozent auf 85 Millionen Dollar gesunken ist, seine Produkte nun wieder verstärkt über den Handel vertreiben. Den umgekehrten Weg scheint Nike zu gehen: Zum 1. Januar hat der Sportartikelhersteller seine Verträge mit den führenden deutschen Sporthandels-Einkaufsgemeinschaften (Sport 2000, Intersport) gekündigt. Die Fachhändler fürchten nun neue Nike-Niederlassungen in Deutschland. Seit April gibt es bereits eine "Niketown" in Berlin; in Nürnberg verkauft der Konzern ab Fabrik. Laut Nike-International-Sprecherin Susanne Walter sind "derzeit keine weiteren Niketowns in Deutschland geplant". Dennoch halten sich Gerüchte, wonach Frankfurt ein neuer Standort sein könnte.

DER SPIEGEL 50/1999
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