Schrift:
Ansicht Home:
DER SPIEGEL

BundestagAllianz gegen rechts

Die AfD soll nicht den Vorsitz im Kulturausschuss des Bundestags übernehmen. Darüber sind sich die Spitzen von Union, SPD, Grünen und Linkspartei einig. Der Ausschuss ist auch für die Holocaust-Gedenkstätten in Deutschland zuständig. "Viele AfD-Vertreter haben mit unakzeptablen Äußerungen bewiesen, dass sie keinen Wert auf unsere Erinnerungskultur legen und dies zur parteipolitischen Provokation missbrauchen. Diese breite Initiative ist daher wichtig", so der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Carsten Schneider. Auch aus der Union heißt es, das Gedenken an den Völkermord dürfe den Rechtspopulisten nicht überlassen werden. Petra Sitte, Parlamentarische Geschäftsführerin der Linken, hält eine AfD-Besetzung für "Hohn der Geschichte und den Opfern der Shoa schwer zuzumuten". Künstler und Politiker hatten zuvor einen Brief an den Ältestenrat des Bundestags geschrieben, damit der Posten nicht an die AfD falle. Der thüringische AfD-Chef Björn Höcke hatte über das Berliner Holocaust-Mahnmal im Januar gesagt, die Deutschen seien das einzige Volk der Welt, "das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat".
Von Red,

DER SPIEGEL 40/2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung