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StromnetzeRegierung kontra China-Beteiligung

Die Bundesregierung will den Einstieg Chinas ins deutsche Stromnetz verhindern. Nachdem der Pekinger Staatskonzern State Grid of China Corporation sein Interesse angemeldet hat, einen Anteil von 20 Prozent am Berliner Netzbetreiber 50Hertz zu kaufen, suchen Kanzleramt und Wirtschaftsministerium nach Alternativen. So sondieren die Behörden derzeit, ob das belgische Versorgungsunternehmen Elia bereit ist, seine 60-Prozent-Beteiligung an 50Hertz aufzustocken. Elia hat ein Vorkaufsrecht auf die übrigen 40 Prozent der Aktien, die derzeit einem australischen Investitionsfonds gehören. Die Bundesregierung fürchtet, dass die chinesische Regierung einen zu großen Einfluss auf das deutsche Stromnetz erhalten könnte, wenn das Pekinger Unternehmen bei 50Hertz einsteigt. Nach dem Außenwirtschaftsgesetz kann die Bundesregierung eine ausländische Beteiligung an strategisch wichtigen Unternehmen jedoch erst unterbinden, wenn sie über 25 Prozent des Eigenkapitals hinausgeht.
Von Gt, und Msa,

DER SPIEGEL 9/2018
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