VERKEHR
Bessere Stauprognosen
Stauwarnungen sollen endlich verlässlich werden. Kurz nach der Urlaubszeit, am 19. September, startet in Nordrhein-Westfalen ein neues System, das Autofahrer präzise darüber informieren soll, wo der Verkehr stockt. Das Projekt mit dem Namen "Olsim" (Online-Simulation) haben Experten der Universität Duisburg unter Leitung des Stauforschers Michael Schreckenberg ersonnen. Olsim ist verbunden mit 3500 Zählschleifen, die sich auf das gesamte, 2250 Kilometer lange Autobahnnetz in Nordrhein-Westfalen verteilen. Die Simulation wertet Daten über Verkehrsfluss sowie Geschwindigkeit aus, die jede Minute aktualisiert werden, und gibt - darauf basierend - Prognosen zur Verkehrslage ab. Das System ist laut Schreckenberg zu annähernd 100 Prozent zuverlässig. Erst jüngst hatte der Automobilclub von Deutschland beklagt, derzeit sei jede dritte Verkehrsmeldung falsch. Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern jedoch haben nach Angaben Schreckenbergs schon jetzt höhere Trefferquoten. Die Kosten für das Simulationsprojekt in Höhe von rund 500 000 Euro trägt das Düsseldorfer Verkehrsministerium als Auftraggeber. Beteiligt ist auch der Westdeutsche Rundfunk. Falls es erfolgreich läuft, soll Olsim im kommenden Jahr möglicherweise auf Rheinland-Pfalz ausgedehnt werden.