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DROGEN

Reiche Ernte

Seit dem Ende der Taliban-Herrschaft hat der Drogenschmuggel aus Afghanistan nach Europa sprunghaft zugenommen. In Tadschikistan, einem wichtigen Transitland für Schmuggler, stellten die Behörden bereits im ersten Halbjahr 2002 so viel Heroin sicher wie im gesamten Vorjahr - insgesamt rund 1,7 Tonnen. Deutsche Rauschgiftexperten fürchten vor allem den hohen Reinheitsgrad des Stoffs: "Das kann zu einem deutlichen Anstieg der Drogentoten führen", glaubt etwa Peter Zimmermann, Referatsleiter Rauschgift im Kölner Zollkriminalamt. In den nächsten fünf Jahren, schätzt Letizia Paoli vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg, werde die neue afghanische Regierung kaum in der Lage sein, die Opium-Herstellung wesentlich einzudämmen. Die Produktion werde sich auf dem relativ hohen Niveau von Mitte der neunziger Jahre stabilisieren. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, die Schmuggelwege zu kontrollieren. Zunehmend gelangt das Rauschgift statt auf der herkömmlichen Balkan-Route über die so genannte Seiden-Route durch die zentralasiatischen Staaten Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan Richtung Russland und von dort nach Westeuropa. Das Balkan-Informations-System, ein Zusammenschluss zahlreicher Zollbehörden, wurde deshalb kürzlich um die Anrainerstaaten der Seidenstraße erweitert.

DER SPIEGEL 33/2002
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