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Geste

Die Frage nach dem künftigen deutschen Bundespräsidenten war der "Tat" eineinhalb Spalten wert. Neben der Benennung männlicher Kandidaten schreibt die Schweizer Zeitung in ihrem "Sonderdienst aus Deutschland", verdiene die Kandidatur der Bürgermeisterin von Berlin, Louise Schröder, die politisch stärkste Beachtung. Wenn es auch "gewiegten deutschen Politikern" kaum erwägenswert erscheine, eine Frau in den Präsidentensessel zu heben, so müsse man doch bedenken, daß die Wahl einer Frau eine große menschliche Geste darstellen würde. Es sei nicht zu verkennen, daß Deutschland mit diesem "Aufruf an die Frauen der Welt" vor allem seinen Friedenswillen manifestieren könnte.

DER SPIEGEL 30/1949
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