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Husch

Der Streit um Bonn geht weiter. Jetzt hat sich auch die hessische CDU auf den Kriegspfad gegen die rheinische Metropole des westdeutschen Bundes begeben. Mit Billigung der Delegiertenversammlung der hessischen CDU schrieb der Alterspräsident des hessischen Landtages, Jakob Husch, einen Brief an den amerikanischen Militärgouverneur John McCloy, in dem er von einem "Sturm der Entrüstung und Ablehnung in der öffentlichen Meinung" berichtet. Er bittet McCloy, den bevorstehenden und endgültigen Beschluß des Bundesparlaments durch keinerlei Maßnahmen der Hohen Kommissare vorwegzunehmen. Dann wörtlich: "Insbesondere möchte ich, auch im Namen der deutschen Steuerzahler, die Bitte an Sie richten, im Raum von Bonn nur diejenigen Maßnahmen zur Unterbringung der Herren Kommissare zu verlangen, die für den ersten Zusammentritt des Bundestages unbedingt erforderlich sind und die mit einem geringen Kostenaufwand erfüllt werden können, weil mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit der Bundestag Frankfurt/Main zum Sitz der Bundesorgane bestimmen wird."

DER SPIEGEL 30/1949
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