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DER SPIEGEL

DEM TOD DES EISERNEN KANZLERS

sind die letzten jener 250 Blätter gewidmet, die vom "Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz" jetzt in Berlin ausgestellt werden: "Bismarck in der Karikatur". Mit deutscher Pathetik betrauerte der "Kladderadatsch" 1898 den Spätheimkehrer in Walhall (unten); unversöhnt ließ ein zeichnender Zeitgenosse aus Frankreich den Totenfährmann Charon den Kanzlerschädel zu den Skeletten anderer Rauhbeine der Geschichte schlendern (rechts); in England trug Bismarck würdevoll sich selbst zu Grabe (oben). Neben den Nekrolog-Sottisen bewahrt auch eine satirische Lebenschronik in Skizzen aus zehn Ländern Bismarcks Spottbild für die Nachwelt: Sie verzeichnet den Alten vom Sachsenwald als gestiefelten Pfau, als Bulldogge auf Mäusefang, als Nero, Papst und auch als Teufel mit drei Haaren.

DER SPIEGEL 40/1968
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