GENUSSMITTEL
Schokolade aus Kamelmilch
Eine neue Delikatesse aus Kamelmilch hat ein österreichischer Chocolatier entwickelt: In Zusammenarbeit mit der Kamelfarm al-Ain und ihrer Meierei in den Vereinigten Arabischen Emiraten stellt der Wiener Fabrikant Georg Hochleitner eine Schokolade aus der Milch von Höckertieren her. Die Milch sei "süßer und weniger fett" als diejenige von Kühen und ergebe, mit Honig aus dem Jemen kombiniert, eine "gesunde und köstliche" Nascherei. Vor allem für reiche Kunden in den Luxushotels von Abu Dhabi wollen die Meierei und der Österreicher in einem Joint Venture künftig 50 Tonnen Kamelmilch-Schokolade monatlich produzieren. Die Farm wird zu diesem Zweck zusätzlich 2000 Kamele halten. Auch die Tiviski-Meierei in Mauretanien verarbeitet die Milch von Kamelstuten, die ihr von Herdenbesitzern geliefert wird, zu Spezialitäten wie Hüttenkäse oder "Camelbert". Tiviski-Managerin Nancy Abeiderrahmane sieht hierin "das beste Mittel, Kamele zu schützen und zu erhalten": Beide Arten, das Dromedar sowie das zweihöckrige Baktrische Kamel, sind weltweit vom Rückgang bedroht. Vor allem in Indien und Pakistan würden ihre kargen Weidegründe zunehmend eingezäunt, bewässert und gepflügt - Eingriffe, die die weitere Desertifikation noch vorantreiben. "Nach kurzfristiger Nutzung als Agrarland ist das Grundwasser der Flächen bald für immer erschöpft", sagt Abeiderrahmane.