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GESTORBEN

Klaus Renft

Klaus Renft , 64. Sein Name hatte für DDR-Bürger höchsten Symbolwert, denn an ihm und seiner Gruppe biss sich der andere deutsche Staat oft die Zähne aus. Er stand für Unangepasstheit, Verweigerung von Opportunismus und künstlerischer Gängelung. Die Renft-Combo galt Anfang der siebziger Jahre als wildeste Band im realen Sozialismus, nachdem ein erstes Verbot der Gruppe - damals noch unter dem Namen "The Butlers" - 1967 außer Kraft gesetzt worden war. Sie reüssierte mit musikalisch eher romantischen Titeln wie "Nach der Schlacht", "Der Apfeltraum" oder "Wer die Rose ehrt". Im Westen blieb sie eher ein Geheimtipp, da sich ihr Ruf vor allem aus legendären Live-Auftritten nährte. 1969, als Gerulf Pannach zur Band stieß, wurden die Texte provokativer. Sie handelten vom tristen DDR-Alltag, von Republikflucht ("Rockballade vom kleinen Otto") oder Repression ("Ketten werden knapper"). 1975 wurde die Combo endgültig verboten, damit war das Aus für die oft zerstrittene sechsköpfige Band besiegelt. Ein Jahr später ging Renft nach der Hochzeit mit einer Griechin in den Westen. Er behielt eine treue Fan-Gemeinde, an die alten Erfolge konnte er - wie viele andere DDR-Musiker - jedoch nicht mehr anknüpfen. Klaus Renft starb am 9. Oktober in seiner Heimat Thüringen an Krebs.

DER SPIEGEL 42/2006
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