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AUSBILDUNG

Hauptschulen als Top-Thema

Union und SPD wollen die desolate Perspektive für Hauptschulabgänger zu einem Schwerpunktthema in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode machen. Aufgeschreckt wurden die Spitzen beider Fraktionen kürzlich beim gemeinsamen Treffen von CDU/CSU und SPD bei Berlin von einem Vortrag der beiden stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Nicolette Kressl (SPD) und Katherina Reiche (CDU). Nur ein knappes Drittel der jährlichen Hauptschulabgänger erhält derzeit noch im gleichen Herbst einen Ausbildungsplatz. Als Handicap erweisen sich für sie mangelhaftes Wissen, aber auch der Verdrängungswettbewerb. 1970 wurden 80 Prozent der Ausbildungsplätze von Hauptschülern belegt, 2004 waren es nur noch knapp 38 Prozent. Den Rest besetzen Realschüler und Gymnasiasten. Verschärft wird die Situation durch Altbewerber. "Wenn wir die Altbewerberproblematik nicht in den Griff bekommen, wird ein großer Teil von ihnen dauerhaft auf staatliche Hilfe angewiesen sein", prophezeite Kressl der Runde. Die Referate erzielten ihre Wirkung. "Die Hauptschule muss das große Thema nach Abarbeitung des Koalitionsvertrages sein", fordert Olaf Scholz, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD.

DER SPIEGEL 8/2007
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