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PSYCHOLOGIE

Lächeln macht krank

Dreizehn Gesichtsmuskeln sind nötig, um das Antlitz in jene liebenswürdige Maske zu verwandeln, die Kunden angeblich beglückt. Vor allem in Japan gilt Lächeln als Grundvoraussetzung des Seins, jedenfalls für die Damen der Dienstleistungsbranche. Es gibt dort eigens Kurse, die das Einmaleins des Mundwinkel-Zückens lehren; und für die Minikonsole Nintendo-DS ist eine entsprechende Trainingseinheit erhältlich - mobil grinsen üben. Süß lächeln, auch wenn einem nach Heulen ist, wie soll das gehen? Gar nicht, glauben Psychologen, und daher warnen sie seit neuestem vor dem sogenannten Lächelmasken-Syndrom: "Wenn Sie sich über einen langen Zeitraum zwingen, diese Lächelmaske zu tragen, kann dies zu echter Depression führen", sagt Makoto Natsume von der Universität in Osaka. Denn die echten Gefühle würden so auf gefährliche Weise unterdrückt. An seinen Patienten stellte der Psychiater verheerende Folgen des Perma-Grinsens fest, selbst schwere psychiatrische Erkrankungen seien darunter.

DER SPIEGEL 10/2008
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