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Fernsehen

TV-Vorschau

Frauen wollen mehr

Dienstag, 20.15 Uhr, Sat.1

In einem brandenburgischen Nest grunzen der Asphaltcowboy Ben (Tobias Oertel) und seine Clique das Lied vom Frauenmangel. Auf 100 Männer kommen nur 47 Frauen. Selbst die ergreifen bald die Flucht, denn der Ortsbewohner wäscht sich nicht, hängt vor der Flachbildglotze und vernachlässigt sein bildhübsches Weib. Da muss erst Exilantin Maja (Nadeshda Brennicke) mit Schmollmund, langer blonder Mähne und Rehaugen in die Provinz kommen, und Mann greift zur Seife, wechselt im Drei-Tage-Takt die Unterhose und lernt Sushi-Zubereitung. Frauen wollen reden, überrascht werden und Aufmerksamkeit. Sat.1 beweist einmal mehr seine Vorliebe für chauvinistische Couchkartoffeln.

Die Frau, die im Wald verschwand

Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD

"Die Keimidee zu diesem Film ist eine nebelhafte Erinnerung an ein Ereignis aus den Fünfzigern aus meiner Heimatgegend. Damals verschwand eine Frau aus der bürgerlichen Gesellschaft auf rätselhafte Weise", sagt der Autor und Regisseur dieses schwergängigen Films, Oliver Storz, 80. Ein karrieristischer Bürgermeister (Stefan Kurt) will in der Wirtschaftswunderwelt nicht mehr an die Verstrickungen während des Krieges erinnert werden. Aber das Trauma seiner im Lager misshandelten Frau (sexy: Karoline Eichhorn) und ein ehemaliger Kriegskamerad (Matthias Brandt) reißen alte Wunden auf. Die guten Schauspieler schaffen es leider nicht, das Lehrhafte und Papierene der Dialoge ("Wer trauert, hat keine Angst") zu verdrängen.

Zwölf Winter

Freitag, 21.00 Uhr, Arte

So lange treibt ein Gangstertrupp sein Unwesen quer durch Westdeutschland. Nach Motiven einer realen Bankraubserie wurde der Film (Buch / Regie: Thomas Stiller) in Szene gesetzt. Er beschränkt sich dabei nicht auf einen spannenden Ablauf in Gangstermovie-Manier. Die ehemaligen Knackis Klaus (Axel Prahl) und Mike (Jürgen Vogel) treffen sich nach ihrer Entlassung wieder und planen den perfekten Bankraub. Die Kriminalbeamten (Wotan Wilke Möhring, Matthias Koeberlin) tappen im Dunkeln und bleiben doch hartnäckig. Der Film zeigt ohne kitschige Umwege komische wie tragische Momente aus dem Leben der Räuber und Gendarmen, die jenseits des Krimi-Ablaufs als Charaktere sichtbar werden. Sie kämpfen mit dem Tod, der Liebe und ihren eigenen Ängsten. "Zwölf Winter" kommt ohne übertriebene Mimik und Gestik aus und besticht mit leisen Momenten, die in ihrer Zurückhaltung umso stärker wirken.

Tatort: Borowski und die heile Welt

Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Einer der besten Krimis aus Kiel mit dem in Liebesdingen unbeholfenen Kommissar Borowski (Axel Milberg) und seiner melusinenhaften Psycho-Kollegin (Maren Eggert). Wer hat die erstickt aufgefundene Tochter misshandelt und ermordet? Die verkrachten Eltern (Katharina Wackernagel, Fabian Hinrichs)? Oder jemand anderes? Das Buch (Elke Schuch, Marc Blöbaum) und die Regie (Florian Froschmayer) zwingen alle Darsteller zu intensivem Kammerspiel und zur Vermeidung jeglicher Klischees.

DER SPIEGEL 18/2009
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