BIO-EIER
Vorwürfe gegen Hühner-Baron
Das Familienunternehmen Hennenberg, einer der größten Eierproduzenten mit Freilandhaltung, hat ein Problem mit seinen Bio-Eiern. In Velbert, wo die Hennenbergs seit 2007 einen Stall mit 20 000 Bio-Legehennen betreiben, hätte jedes Tier vier Quadratmeter Auslauf haben müssen. Doch die nötigen 80 000 Quadratmeter sind nicht vorhanden, weswegen ein Wald dazugerechnet wurde, der laut Forstamt nicht für die Nutzung zugelassen war. Über die Konsequenzen wird gestritten: Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) entzog Hennenberg das Siegel, musste es aber nach einer Entwarnung des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) vergangene Woche wieder zurückgeben. Die Waldnutzung - ob nun genehmigt oder nicht - widerspreche nicht der EU-Ökoverordnung, so das LANUV. Das sieht KAT-Chef Caspar von der Crone anders: "Seit der Stall eingeweiht wurde, sind im Prinzip Bio-Eier verkauft worden, die formal keine sind." Der Vorwurf wiegt schwer: Durch teurere Bio-Eier hätten Hennenbergs Millionen eingenommen, die ihnen nicht zustünden. Von der Crone kritisiert auch die Bio-Prüfer der Kontrollstelle IMO - ein Unternehmen mit seriösem Ruf: "Wie man so eine Geschichte abnicken kann, ist mir rätselhaft." Brisant ist, dass selbst die IMO in einem Kontrollbericht von 2008 schrieb, der Wald sei wegen Gestrüpps "nicht zugänglich". Geschäftsführer Andreas Hennenberg gibt Fehler zu und versucht nun, die Waldnutzung zu "legalisieren".