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ARCHITEKTUR

In der Wüste grün bauen

Auch am Golf werden aufgrund der Wirtschaftskrise viele Bauprojekte abgesagt. Aufgegeben haben die Scheichs ihren enormen städtebaulichen Ehrgeiz aber nicht. In der Nähe von Abu Dhabi zum Beispiel soll eine 50 000-Einwohner-Stadt entstehen - und zwar als weitgehend CO2-neutrale Öko-Oase, in der nicht das Öl, sondern die Photovoltaik die Hauptrolle spielt. An dem Experiment ist auch ein deutsches Architektenteam beteiligt: Das Büro Lava aus Stuttgart darf den zentralen, mit verstellbaren Riesenschirmen verschatteten Platz und um ihn herum eine Reihe von Bauten verwirklichen, darunter ein umweltschonendes Fünfsternehotel. Auf Luxus will hier schließlich niemand verzichten, auch nicht auf Erlebnis-Ästhetik: Die Fassaden und Oberflächen der Gebäude sollen an die Schluchten des Grand Canyon erinnern. Lava-Mitgründer Alexander Rieck und seine Kollegen dürfen allein für die bestellten Gebäude 200 Millionen Euro ausgeben. Bis 2012 soll alles fertig sein. Bis dahin müsse noch so manche technische Finesse erfunden werden, die notwendig sei, um den Energieverbrauch zu drosseln, sagt Rieck: "Das ist wie beim ersten Flug zum Mond. Man kennt das Ziel, aber nicht alle Herausforderungen der Reise." Ansonsten wirbt er - ganz im Sinne seiner Bauherren - für die weltweite Vorbildfunktion der neuen Energiesparer-Stadt. "So etwas Zukunftsweisendes gibt es in Deutschland gar nicht."

DER SPIEGEL 35/2009
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