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INTERNET

Grüße aus dem Grab

Wenn Geoff Reiss tot ist, bekommen seine beiden Söhne E-Mails von ihm. "Ich möchte ihnen einige Gedanken mitteilen, für die es jetzt noch zu früh wäre", sagt der Gründer von Last Messages Club, einem neuen Internetangebot, das Grüße aus dem Grab möglich macht. Für zehn Pfund können Interessierte E-Mails auf der Seite hinterlegen, bis zu hundert Stück, Videos und Audio-Botschaften inklusive; erst im Todesfall gehen die Mails an die gewünschten Adressaten. Laut Reiss stößt das Angebot der digitalen Unsterblichkeit auf großes Interesse. 364 Kunden aus aller Welt hätten sich im ersten Monat registriert, die meisten davon aus Hongkong und dem übrigen China. Um zu verhindern, dass Nachrichten noch zu Lebzeiten verschickt werden, muss jeder Kunde drei eingeweihte "Berater" benennen. Erst wenn die seinen Tod bestätigt haben, gehen die Mails raus. Und es muss nicht beim einmaligen Abschiedsgruß bleiben: Einzelne Nachrichten können auch alljährlich verschickt werden, etwa zu Geburts- oder Hochzeitstagen.

DER SPIEGEL 37/2009
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