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DER SPIEGEL

IRANBedrohliche Altgeschäfte

US-Terrorismusbekämpfer, die der Schweizer Großbank Credit Suisse in einem Vergleich gerade eine Strafe von 536 Millionen Dollar auferlegt haben, setzten auch deutsche Banken massiv unter Druck. Bei der Dresdner Bank untersuchte eine US-Kanzlei monatelang Hunderte von verdächtigen Transaktionen. Bankmanager flogen regelmäßig zu Besprechungen in die USA. Am Schluss blieben etwa fünf ungeklärte Fälle übrig. "Die Dresdner Bank hat die entsprechenden Transaktionen intern untersucht und die US-Behörden im Frühjahr 2007 über die Ereignisse unterrichtet. Die US-Behörden haben seither um keine weiteren Informationen gebeten", bestätigt ein Sprecher des Instituts. Auch die Deutsche Bank tauchte zusammen mit Credit Suisse und anderen Banken auf Verdachtslisten der Amerikaner auf. Es gebe keinerlei aktuelle Ermittlungen der US-Strafverfolger mehr, wird in Frankfurt betont. In Branchenkreisen heißt es, dass die iranische Zentralbank bei der BHF-Bank aktuell noch Einlagen von weniger als zwei Milliarden Euro unterhält, die als Sicherheit für Exportkredite deutscher Unternehmen dienen. Die Altgeschäfte werden noch abgewickelt, das Neugeschäft mit dem Iran haben alle genannten Banken nach massivem Druck von den Terrorismusbekämpfern aus den USA spätestens 2007 eingestellt. Der Aufwand für die Überwachung der iranischen Adressen sei einfach zu groß, heißt es unisono.

DER SPIEGEL 52/2009
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