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Hermann Scheer

Hermann Scheer, 66. An diesem Montag wollte er in München sein neues Buch vorstellen, ein Plädoyer für die Beschleunigung der Energiewende. Dieses Thema war so etwas wie der Lebenstraum des SPD-Bundestagsabgeordneten: Es ging ihm nie schnell genug bei der Umstellung auf regenerative Energieerzeugung. Der Umweltpolitiker mit Wahlkreis in Waiblingen bei Stuttgart wollte 100 Prozent erneuerbare Energieerzeugung bis 2040, er träumte von Windrädern und Solarzellen entlang den Autobahnen quer durch die Republik. Manchen in der SPD galt er als rastloser Visionär, anderen als unbequemer Parteilinker. Sein kompromissloses Eintreten für die Solarenergie brachte ihm 1999 den "Alternativen Nobelpreis" ein. 2008 scheiterte er als designierter Wirtschafts- und Umweltminister im Schattenkabinett der damaligen hessischen SPD-Vorsitzenden Andrea Ypsilanti. Mit ihr gründete er auch das "Institut Solidarische Moderne", das sich als "linke Denkfabrik" versteht. Hermann Scheer starb am 14. Oktober in Berlin an Herzversagen.

DER SPIEGEL 42/2010
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