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AFGHANISTAN

Hilfe aus Moskau

Mehr als 20 Jahre nach dem blamablen Rückzug der Sowjetunion will Russland der Nato in Afghanistan helfen. Moskau plant, mehrere Dutzend Mi-17-Hubschrauber an die Nato zu verkaufen, Maschinen, die von der Sowjetunion eigens für Afghanistan entwickelt worden waren. Auch bei der Ausbildung der Piloten und beim Training afghanischer Sicherheitskräfte bieten die Russen ihre Hilfe an. Im Juli 2009 hatten US-Präsident Barack Obama und Kreml-Chef Dmitrij Medwedew eine Luftkorridor-Vereinbarung unterzeichnet, die den Amerikanern 4500 Flüge pro Jahr mit 50 000 Tonnen Versorgungs- und Rüstungsgütern erlaubt. Jetzt soll der Transport über Land auch auf Waffen ausgeweitet und geregelt werden. Schon im vergangenen Jahr hat die russische Eisenbahn für die Nato 5000 Nachschub-Container quer durch Russland transportiert. Moskau hilft der Nato, weil es eine Destabilisierung und Islamisierung der gesamten zentralasiatischen Region fürchtet. Außerdem erhoffen sich die Russen von den USA auch ein härteres Vorgehen gegen afghanische Drogenbarone. Denn laut Angaben der Vereinten Nationen werden jährlich rund 70 Tonnen Heroin nach Russland geschmuggelt. Von den jährlich 100 000 Drogentoten auf der Welt sind mehr als ein Drittel Bürger der Russischen Föderation.

DER SPIEGEL 44/2010
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