SÖLDNER
Nur defensiv?
Die boomende Branche privater Sicherheitsfirmen will sich künftig an strengere Regeln in Krisenregionen halten. Regierungen von London bis Washington begrüßen die freiwillige Selbstverpflichtung, nach der fast 60 Unternehmen striktere Maßstäbe bei der Auswahl und Schulung ihrer Mitarbeiter anlegen wollen. Zu den Unterzeichnern gehört mit Xe Services auch der Nachfolger der US-Firma Blackwater.
Nach den neuen Vorschriften dürfen die Söldner und Leibwächter Gewalt nur noch zur Selbstverteidigung oder zum Schutz anderer Personen einsetzen. Menschenrechtsexperten loben die Initiative. Devon Chaffee von der New Yorker Nichtregierungsorganisation Human Rights First spricht von einem "wichtigen ersten Schritt". Ein strikterer Kodex ist tatsächlich überfällig, denn in Kriegsgebieten kommen immer mehr Sicherheitsleute von Privatfirmen zum Einsatz. Allein in Afghanistan wird ihre Zahl auf rund 40 000 geschätzt; die gesamte Branche erwirtschaftet rund 100 Milliarden Dollar pro Jahr. Häufig kommt es jedoch zu tödlichen Zwischenfällen - etwa als Blackwater-Mitarbeiter 2007 in Bagdad 17 Zivilisten erschossen. Die afghanische Regierung versucht derzeit, private Sicherheitskräfte ganz aus ihrem Land zu verbannen. Menschenrechtsexperten wie Chaffee drängen darauf, es nicht bei der Absichtserklärung der Sicherheitsfirmen zu belassen: "Diese Initiative hat nur dann einen Wert, wenn klare Vereinbarungen für die Umsetzung folgen."