WASSERSPORT
Jetzt oder nie
SPIEGEL: Wie kommt jemand auf die Idee, mit einem Kite-Board über eine 15 Meter hohe Pier zu springen?
Crathern: Ich lebe in Worthing an der Südküste Englands, an unserem Stadtstrand gibt es auch eine Pier. Über die bin ich vergangenes Jahr gesprungen. Von da an hatte ich die Brighton Pier im Kopf. Sie ist riesig, es gibt darauf sogar eine Achterbahn.
SPIEGEL: Wie kommt ein Kite-Surfer da heil drüber?
Crathern: Der Wind muss stark sein und aus der richtigen Richtung blasen. An dem Tag des Sprungs war es fast zu stürmisch. Ich habe mehr als zwei Stunden gebraucht, um mich in Position zu bringen. Als ich dann in die Nähe der Pier kam, rollte eine riesige Welle auf mich zu, eine perfekte Rampe. Da wusste ich: jetzt oder nie.
SPIEGEL: In den Videos, die nun im Internet kursieren, sieht man, wie Sie nach dem Absprung an Ihrem Kite-Schirm hängend vom Wind über die Pier hinweggetragen werden. Sie hätten an den Aufbauten hängenbleiben und abstürzen können, Sie haben Kopf und Kragen riskiert.
Crathern: Nein, als ich die Welle sah, wusste ich, dass der Sprung klappt, sonst hätte ich es gar nicht versucht. Es war auch nicht knapp. Ich war bestimmt 30 Meter hoch in der Luft. Freunde von mir hatten sich auf der Pier postiert. Sie achteten darauf, dass sich sonst niemand dort aufhielt, den ich hätte verletzen können. Am Strand standen einige Rettungsschwimmer für alle Fälle bereit. Alles war unter Kontrolle.