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Harry S. Morgan

Harry S. Morgan, 65. Er setze "da an, wo Hans Meiser und Ilona Christen aufhören" - so schätzte der Pornoproduzent, der als Journalist angefangen hatte, sich 1996 selbst ein. Soll heißen: Bei ihm zogen sich die Leute nicht verbal aus, sondern richtig. Der gebürtige Essener hatte unter seinem bürgerlichen Namen Michael Schey "ganz seriös" angefangen, mit einer klassischen Journalistenausbildung. Er gründete eine PR-Agentur in Düsseldorf und schrieb für verschiedene Zeitungen. Durch eine Reportage über Pornografie bekam er Mitte der siebziger Jahre ersten Kontakt zum Milieu. Morgan witterte schnell zu verdienendes Geld in der gerade legal gewordenen Branche und entwickelte Mitte der Achtziger die Idee, die seine Sex-Videos in Millionen deutsche Wohnzimmer brachte: Er holte "normale Paare von nebenan" vor die Kamera, sagte ihnen, sie brauchten nur zu tun, was ihnen am meisten Spaß mache, und filmte sie dabei. In ihrem Zuhause. Sex-Sterne wie Gina Wild und Vivian Schmitt wurden mit ihm groß. Harry S. Morgan wurde am 30. April in Düsseldorf tot aufgefunden.

DER SPIEGEL 19/2011
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