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DER SPIEGEL

HSH NORDBANKBelastender Bericht

Ein für die Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erstellter Bericht belastet den im März gekündigten HSH-Chefjustitiar Wolfgang Gößmann schwer. Dabei geht es um die fristlosen Entlassungen des HSH-Vorstands Frank Roth und des Leiters der New Yorker HSH-Niederlassung Roland K. im Jahr 2009. Roth war wegen angeblichen Geheimnisverrats gefeuert worden. Bei K. wurden bei einer Durchsuchung seines Büros Papiere und Dateien entdeckt, die zu Kinderpornos führten. Das Material war K. - wie Ermittler der Staatsanwaltschaft New York herausfanden - untergeschoben worden. Bei beiden musste die Bank inzwischen wegen der falschen Verdächtigungen um Entschuldigung bitten. Nach Ansicht der Wirtschaftsprüfer hatte Gößmann die Aufträge für die Ermittlungen gegen Roth und K. an das Sicherheitsunternehmen Prevent "alleinverantwortlich innerhalb der Bank erteilt und durch ständige - zumeist nicht schriftliche - Kommunikation betrieben". Gößmanns Anwalt Gernot Lehr weist die Vorwürfe zurück: "Das sogenannte Projekt Haubarg (Ermittlungen gegen Roth -Red.) basiert auf einem Auftrag, den Herr Professor Nonnenmacher erteilte. Herr Professor Nonnenmacher ließ sich hierzu berichten. Unser Mandant beschränkte sich auf eine Schilderung des Sachverhalts und die Vorstellung der Präsentation im Aufsichtsrat." Nonnenmachers Anwalt teilte mit, sein Mandant sei für eine Stellungnahme zu diesen Anschuldigungen nicht erreichbar.

DER SPIEGEL 20/2011
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