Eric Cantona,
32, französischer Fußballstar, und Ronaldo, 21, brasilianisches Stürmeras, ließen sich für eine dubiose Werbekampagne einspannen. Auf mannshohen Plakaten reckt Cantona seinen Kopf, in Stil und Haltung nicht unähnlich dem italienischen Faschistenführer und Diktator Benito Mussolini (1883 bis 1945). Darüber die Zeile "Freiheit für die Fußballer" und die aufmunternden Worte "Spielen Sie, trainieren Sie, machen Sie Fortschritte". Damit wirbt der amerikanische Sportartikel-Konzern Nike zur Weltmeisterschaft in Paris für seinen "Nikepark". Ronaldo ist in ähnlicher Größe und martialischer Manier gleich in Kompaniestärke auf einem anderen Plakat in derselben Werbeabsicht unterwegs. "Ronaldo braucht euch", lautet die Zeile auf dem Plakat, dem auch eine Ähnlichkeit mit der sowjetischen Propagandakunst der zwanziger und dreißiger Jahre nicht abgesprochen werden kann. Daß die Nike-Plakate Ausdruck einer totalitären Geistesverfassung sein könnten, glaubt zumindest die französische Tageszeitung "Le Monde", die an die Präsentationen des Dritten Reichs und der Sowjetunion auf der Pariser Weltausstellung 1937 erinnerte: "61 Jahre nach dieser Ausstellung spielt Nike auf demselben Niveau, ohne es eingestehen zu wollen."