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AFFÄREN

Flucht nach New York

Nach dem Urteil des Fußball-Weltverbands Fifa gegen den katarischen Spitzenfunktionär Mohammed Bin Hammam ist die wohl wichtigste Zeugin untergetaucht - offenbar aus Sorge um ihre Sicherheit. Angenie Kanhai aus Trinidad und Tobago, bis vor kurzem Generalsekretärin der karibischen Fußballunion (CFU), hatte der Fifa-Ethikkommission schriftlich bestätigt, dass Bin Hammam im Mai 25 Vertreter der CFU mit jeweils 40 000 Dollar in bar bestochen haben soll. Bin Hammam, damals Herausforderer Joseph Blatters im Kampf um die Fifa-Präsidentschaft, habe nach einem Wahlkampfauftritt in der Hauptstadt Trinidads und Tobagos die Stimmen der karibischen Delegierten kaufen wollen. Die Ethikkommission hielt Kanhais Aussagen wie die eines halben Dutzends weiterer Zeugen für so glaubwürdig, dass sie Bin Hammam am vorvergangenen Samstag lebenslang suspendierte. Bereits am 29. Mai, drei Tage vor Blatters Wiederwahl, war Bin Hammam, der seine Unschuld betont, vorläufig von allen Fußballämtern ausgeschlossen worden. Kanhai ist mittlerweile geflüchtet, offenbar nach New York. Wie es aus ihrem Umfeld heißt, fühle sie sich in ihrer Heimat "erheblich bedroht". Unterdessen hat die Fifa alle CFU-Delegierten, die Geld von Bin Hammam angenommen haben sollen, erneut zu einer Stellungnahme aufgefordert.

DER SPIEGEL 31/2011
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