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UKRAINE

Julija und die Marionetten

Sie war 2004 das Symbol der Revolution in Orange, jetzt schickte ein Richter in Kiew Julija Timoschenko ins Gefängnis. Europa ist empört. Doch ihr Mitstreiter von damals, Ex-Präsident Wiktor Juschtschenko, findet das Urteil in Ordnung. Warum? Von Erich Follath Von Follath, Erich

Es gibt nicht viele Frauen in der Politik, die eine ganze Nation nur mit dem Vornamen nennt: Evita in Argentinien zum Beispiel, Maggie in Großbritannien. Julija gehört auch zu diesem erlesenen Club - und womöglich liegt ihre Popularität darin begründet, dass sie mit diesen anderen Heldinnen so viel gemeinsam hat. Mit Frau Perón verbindet sie der Aufstieg von ganz unten, das blendende Aussehen, die glamourösen Auftritte; mit Frau Thatcher das Eiserne, das Egomanische, die tiefe Überzeugung, von der Geschichte für eine große Rolle vorbestimmt zu sein. Die Ukrainer jedenfalls beten ihre Julija an oder verdammen sie, gleichgültig lässt sie kaum einen.

Sie war das allgegenwärtige Gesicht der Revolution in Orange, die Ikone mit dem charakteristisch strengen Bauernhaarkranz - der Zopf, der Ende 2004 die alten Zöpfe aus dem Amt jagte. Mit Unterbrechungen diente sie den neuen Kräften auch als Premierministerin, insgesamt dreieinhalb Jahre lang. Seit dem 5. August 2011 sitzt sie in Untersuchungshaft. Am Dienstag vergangener Woche schickte ein Gericht sie in Kiew wegen Amtsmissbrauchs für sieben Jahre ins Gefängnis.

Wer ist diese Julija Timoschenko, 50, mit ihrer Berg-und-Talfahrt-Karriere - eine Märtyrerin für die Sache der Demokratie oder doch eher eine Karrieristin, die sich beim Machtspiel verzockt hat? Und was bedeutet die Verurteilung für ihren weiteren Lebensweg, für das Schicksal der Ukraine zwischen Pluralismus und Autokratie, zwischen Europa und Russland?

Heldenmusik weht über den Kreschtschatik, den Kiewer Prachtboulevard. Nur zehn Meter - und zwei Polizeibarrikaden - voneinander getrennt, haben die Gegner auf dem Bürgersteig ihre Quartiere aufgeschlagen. Links die Pro-Julija-Truppen. "Sie gibt ihr Leben für das Land", steht auf den Plakaten, die Timoschenko unter dem Parteikennzeichen des roten Herzens einmal als Bauernführerin mit Getreidegarben vor der Brust zeigen, dann im Designerkostüm mit den Größen dieser Welt von Angela Merkel bis Nicolas Sarkozy und, immer wieder, mit einem silbrig gestreiften Tiger - soll wohl heißen, sie könne auch das wildeste Tier noch souverän zum Bettvorleger machen.

Und doch herrscht hier gegen Ende der Woche, nach der ersten Empörung über das Urteil, die sich in Protesten vor dem Gericht Luft gemacht hat, eher eine trotzig-resignative denn eine kämpferische Stimmung. Die Älteren sind in der Überzahl, machen es sich auf mitgebrachten Klappstühlen bequem, einer hat eine blinde Justitia gebastelt, wer will, darf sich an einem Wurfspiel auf einen Präsidenten aus Pappmaché beteiligen.

Im Lager nebenan bemüht man sich, die Triumphgefühle zu bändigen. "Julija im Knast, Ruhe für die Ukraine", steht da auf den Postern. Sorgt euch nicht, der strenge, aber gerechte Präsident wird schon alles richten, verkünden seine durchweg gutgekleideten Propagandisten: Wiktor Janukowitsch, 61, stehe für Stabilität. Viele sind es nicht. Von den unter 50-Jährigen bleibt fast keiner stehen. Als sei es allen Jüngeren peinlich, dass jemand denken könnte, sie kümmerten sich um Politik.

Unfasslich, dass es noch keine sieben Jahre her ist, dass sie es in Massen taten. Die Bilder von der Revolution sind um die Welt gegangen, so wie die von Prag 1968, von Leipzig 1989. Am Unabhängigkeitsplatz Maidan hatten sich Hunderttausende versammelt, Zelte aufgeschlagen, Autokorsos veranstaltet und, friedlich orangefarbene Schals schwingend, Konzerte gegen eine offensichtliche Wahlfälschung organisiert. Immer wieder brandeten die Sprechchöre auf für die, an denen sich die Hoffnungen festmachten: "Julija, Julija" und "Juschtschenko, Juschtschenko". Die Ukrainer protestierten so lange, bis die Staatsmacht nachgab, bis es zur Wahlwiederholung kam und dem Reformer Wiktor Juschtschenko der Sieg über den von Moskau gestützten Machthaber gelang. Bis er Präsident wurde, Timoschenko seine Premierministerin.

Es war, wenngleich der Aufstand im Hintergrund auch von westlichen PR-Beratern mitgestaltet wurde, der Sieg einer wirklichen Volksbewegung, gefeiert mit Freudenfeuern.

Heute aber ist in der Ukraine, Europas größtem Flächenstaat nach Russland, wieder der Sowjetapparatschik, Autokrat und Wahlbetrüger Janukowitsch an der Macht, ausgerechnet jener wegen Körperverletzung vorbestrafte Mann, den sie damals zum Teufel gejagt haben. Selten hat eine Revolution ihre Kinder so restlos gefressen und als Zyniker wieder ausgespuckt wie die in Orange. Diese Entwicklung erfasste auch die Helden von damals, denen es nicht mehr gelingt, ein Feuer zu entfachen. Die Ukraine hat den Blues. Und dass im Stadion von Kiew im Sommer 2012 das große europäische Fußballfest seinen Höhepunkt finden soll, kann da auch keinen mehr aufheitern.

Nur noch acht Prozent der Bevölkerung glauben, dass das Land in die richtige Richtung geht, nur noch elf Prozent sind mit ihrer persönlichen Situation zufrieden. Auf dem internationalen Korruptionsindex ist die Ukraine, wichtigstes Erdgas-Transitland für Westeuropa, auf Nummer 134 der Staaten abgerutscht, gleichplatziert mit dem Simbabwe des Diktators Robert Mugabe. Und auch mit der Pressefreiheit, noch eine der stabilsten revolutionären Errungenschaften, geht es steil bergab. Fast alle wichtigen Zeitungen werden inzwischen von Oligarchen kontrolliert, die wohl einflussreichste Fernseh-Holding steuert der Geheimdienstchef.

Die EU protestierte scharf gegen das Urteil von Kiew, nennt das Verfahren gegen die Oppositionspolitikerin Timoschenko "politisch motiviert". Ein bereits ausgehandeltes Freihandelsabkommen dürfte vorläufig auf Eis gelegt werden. Empörung hatte schon Ende September beim EU-Osteuropa-Gipfel in Warschau der Kompromissvorschlag Janukowitschs ausgelöst, wenn Timoschenko ihre "Schulden" in Höhe von 400 Millionen Dollar beim Staat bezahle, könne rückwirkend ein Gesetz so geändert werden, dass an der Politikerin strafrechtlich nichts hängenbleibe. Das entspreche ganz und gar nicht "europäischen Standards", bürstete ein EU-Diplomat den Provokateur aus Kiew ab.

Viele Ukrainer registrieren solche Ungeheuerlichkeiten nur noch mit einem Achselzucken - sie haben aufgegeben, an Politiker zu glauben, und machen, so ungerecht das auch sein mag, nur noch marginale Unterschiede zwischen den drei Hauptakteuren, die seit 2004 die Geschicke des Landes bestimmen. "Eine innere Okkupation" nennt der Schriftsteller Jurij Andruchowytsch das. Die meisten Intellektuellen unterstellen dem Triumvirat der Macht, es verrate mit seinem falsch verstandenen Ehrgeiz, Eifersüchteleien und seiner Inkompetenz ganz bewusst das Land.

Timoschenko spricht aus dem Gefängnis von einer "Mafia", die sie erledigen wolle, sieht den "Stalinismus" zurückgekehrt; im Übrigen werde sie weiter ihren Weg gehen. Auf konkrete Journalistenfragen äußern darf sie sich nicht. Präsident Janukowitsch kommentiert das Urteil des von ihm als "unabhängig" bezeichneten Gerichts grundsätzlich nicht, er will den Eindruck einer Vendetta vermeiden. Nur mit einem aus der Troika lässt sich der Vorwurf des gemeinschaftlichen Politikerversagens diskutieren: mit Julijas Co-Helden aus Orange-Zeiten. Mit dem Mann, auf den inmitten der heißen Wahlkampfphase von 2004 ein Giftanschlag verübt wurde, der ihn entstellte und fast das Leben kostete: Wiktor Juschtschenko, 57.

Er empfängt in den Räumen seiner Stiftung. Wie ein Heimatmuseum muten sie an, kitschige Gemälde vom idyllischen ukrainischen Bauernleben wechseln sich ab mit Porträts historischer Landeshelden. Das Nationale liegt dem Hausherrn offensichtlich am Herzen. Vor ihm auf dem Tisch liegt eine handgestickte Decke, in deren glatte Kordeln er während des Gesprächs gedankenverloren Zöpfchen um Zöpfchen flicht, lauter Julija-Miniaturen.

Gesundheitlich gehe es ihm besser, sagt er. Es gebe inzwischen keine ärztlichen Zweifel mehr, was damals passiert sei: eine gezielte Dioxin-Vergiftung - die Spur der Verdächtigen führe nach Russland. Doch trotz präziser Angaben zu den in Frage kommenden Personen habe Russland auf die Bitten um Auslieferung nicht reagiert. 36-mal habe er sich operieren lassen müssen, erzählt Juschtschenko, dessen Gesicht weitgehend verheilt ist, aber immer habe er das diskret erledigt, übers Wochenende. Keine Bürostunde sei dafür verlorengegangen. "Julija hingegen hat schon den ersten Tag, als ich sie zur Premierministerin ernannte, für lange Fotosessions auf der Eislaufbahn genutzt."

Er das Arbeitstier, sie das Showgirl: Juschtschenko hat nicht viel Zeit verschwendet, um diesen Punkt zu machen.

Die Wahrheit ist, dass beide nach ihrem gemeinsamen Triumph 2005 hart gearbeitet haben - allerdings mehr gegeneinander als für ihr Land. Juschtschenko, Lehrersohn, Ökonom und Antiquitätensammler ("Ich hasse die Politik"), kümmerte sich von Anfang seiner Amtszeit an mehr um die Vergangenheit als um die Gegenwart.

"Im 20. Jahrhundert hat die Ukraine sechsmal ihre Unabhängigkeit erklärt und sie fünfmal wieder verloren, für uns ist der Verlust der Souveränität mehr als eine theoretische Gefahr", sagt Juschtschenko. Er ließ Denkmäler errichten, versuchte die Landesteile miteinander zu versöhnen, die so wenig gemeinsam haben: den Westen der Ukraine mit seinen k. u. k. Barockstädten und den kohlegrauen Donbass im Osten. Das Heil sah er in einem strikten Anti-Moskau-Kurs und einem schnellen Nato-Beitritt. Als er bemerkte, dass Timoschenko diesen Kurs als Premier konterkarierte und einer vorsichtigen Wiederannäherung an Moskau zu ihren Bedingungen nicht abgeneigt war, kam es zu einem Wettlauf, wer schneller mehr enge Freunde in wichtige Positionen hieven konnte.

Bald schon war für beide auch der ultimative Verrat nicht mehr tabu - die heimliche Kontaktaufnahme mit Janukowitsch, dem Erzfeind. Der Ex-Präsident mag keine Selbstkritik üben. Er sieht die Schuld am Auseinanderbrechen der Partnerschaft allein bei Julija: "Machterhalt wurde für sie zum Selbstzweck, Delegierte meiner Parlamentsfraktion wurden gekauft, damit sie sich ihren Posten sichern konnte." Richtig daran ist, dass Timoschenko nie die Heilige war, als die sie sich so gern stilisierte. Die Wirtschaftsinformatikerin kämpfte stets mit harten Bandagen, zur millionenschweren Unternehmerin im Energiebereich wurde die "Gasprinzessin" auch durch geschickte Auslegung von Gesetzen, Deals mit zwielichtigen Oligarchen inklusive. Schon bevor Timoschenko mit der Revolution in Orange in Berührung kam, machte sie Bekanntschaft mit dem Gefängnis. 42 Tage lang saß sie 2001 in Untersuchungshaft, angeklagt der Urkundenfälschung und des Schmuggels; wegen Mangels an Beweisen kam sie damals frei.

Was sagt Juschtschenko zu dem jetzigen Verfahren gegen seine ehemalige Mitstreiterin? Muss er nicht über alle Kritikpunkte, alle angesammelten Differenzen, den ganzen angestauten Ärger hinweg Sympathie für sie empfinden, diesen unwürdigen Schauprozess so scharf verurteilen wie seine Freunde im Westen?

"Ich sehe keinen Schauprozess, sondern ein normales juristisches Verfahren. Auch Politiker stehen nicht über dem Gesetz. Hat man nicht auch den französischen Ex-Präsidenten Jacques Chirac angeklagt?"

Juschtschenko, dem man so oft Entscheidungsschwäche vorgeworfen hat, lässt sich von seiner Ansicht nicht abbringen: Das Verfahren gegen Julija Timoschenko sei in Ordnung. Und auch nicht der Hinweis, dass ja keiner behaupten könne, die Ex-Ministerpräsidentin habe sich durch das Abkommen persönlich bereichert, bringt ihn von seiner Überzeugung ab, sie hätte strafbare Handlungen begangen. "Was Ende 2008 passiert ist, war eine Tragödie für die Ukraine und ein Sieg für Russland", ruft er erregt.

Mit hochrotem Kopf malt er Zahlen auf ein Stück Papier. Er sei sich sicher gewesen, den Preis für die russischen Energielieferungen in die Ukraine drücken zu können, aber Mitte Januar 2009 sei die Premierministerin eigenmächtig nach Mos-

kau gefahren, um dort über Nacht einen Deal auszuhandeln. Viermal habe er sie anschließend in Kiew gefragt, welchem Preis sie denn zugestimmt habe. Viermal habe sie nur gesagt: "einem günstigen". Als er später erfuhr, dass die Ukraine pro Kubikmeter Gas sogar etwas mehr bezahlen sollte als die meisten Westeuropäer, sei er aus allen Wolken gefallen.

"Ich bin überzeugt, Julija hat das nur unterzeichnet, weil sie für einen bestimmten Zeitraum, in dem die Wahlen stattfinden sollten, einen erheblichen Abschlag bekommen sollte - so konnte sie, mit vollen Taschen und der Gewissheit eines beigelegten Streits, auf Stimmenfang gehen", sagt Juschtschenko.

Die Präsidentenwahl im Januar 2010 wurde zu einer Katastrophe für Juschtschenko. Er belegte nur Platz fünf, mit ganzen 5,4 Prozent der Stimmen. So schlecht hat ein Amtsinhaber bei freien Wahlen noch nie abgeschnitten. Platz eins machten Timoschenko und Janukowitsch untereinander aus. Bei der Stichwahl verlor Julija knapp, behauptete jedoch anschließend, freilich ohne stichhaltige Beweise, der alte Rivale habe wieder gefälscht. "Sie hat sich schlicht verrechnet", sagt Juschtschenko, der Gedemütigte, nicht ohne Befriedigung.

In den letzten 19 Monaten hat der Betonkopf Janukowitsch ("Ich habe mich nie herabgelassen, mich mit einer Frau in politischem Gequatsche zu messen") an der Macht alles getan, um die Rivalin loszuwerden. Wenngleich sich auch sein Verhältnis zu Wladimir Putin eingetrübt hat und Janukowitsch gern den Pro-Europäer gibt, führt er die Ukraine durch seine Taten zurück in den Osten - oder er versucht, reichlich riskant, einen erpresserischen Mittelweg.

Kiew steht an einer Wegscheide: Entweder macht sich die Ukraine wieder auf den Weg der Rechtsstaatlichkeit und Transparenz und verdient sich das EU-Assoziierungsabkommen mit Anschluss an ein freies Europa. Oder sie erliegt den Verlockungen der Kreml-Führung und bildet, wie von Putin vorgeschlagen, gemeinsam mit Russland, Kasachstan und Weißrussland eine Zollunion. Zahlt dabei womöglich niedrigere Gaspreise als heute, gerät aber unter die Kontrolle Moskaus.

Weil sich Janukowitsch alle Optionen offenhalten will, wird er wohl hinter den Kulissen eine Neubewertung des Julija-Prozesses anregen. Er könnte die Rivalin zu einer Geldstrafe begnadigen lassen, ein Kompromiss, den Timoschenko nach Ansicht von Iwan Kirilenko, Fraktionsvorsitzender ihrer Partei, nicht akzeptieren wird: Als Vorbestrafte wären ihre Bürgerrechte beschnitten, und sie könnte bei den nächsten Wahlen nicht antreten. Oder die Justiz findet auf Wunsch des Präsidenten einen Verfahrensfehler und das Urteil wird womöglich schon in den nächsten Tagen aufgehoben, ohne dass es zu einer langen Berufungsverhandlung kommt - die Lösung, auf die man in Brüssel hofft.

Und Juschtschenko, der tragisch gescheiterte, verbitterte Held, der in Sachen Julija Timoschenko nicht mehr differenzieren, nur noch hassen kann?

Er werde sich auf jeden Fall als Spitzenkandidat seiner kleinen Partei bei den nächsten Wahlen wiederbewerben, kündigt er gegenüber dem SPIEGEL an. Meinungsumfragen geben ihm bei der Parlamentswahl 2012 unter fünf Prozent. Ist er ein Masochist, ein wahrer Nachfolger jenes im westukrainischen Lemberg geborenen Adligen Leopold von Sacher-Masoch, der den lustvollen Selbstpeinigern ihren Namen gab?

Juschtschenko lächelt gequält. "Ich bin Politiker", sagt er und dreht während des Gesprächs die letzte, wohl 20. Deckchenborde zum Zopf, "ich muss das tun, ich kann nicht anders."

Als er im August beim Prozess gegen seine ewige Konkurrentin ausgesagt hat, kam es zu einer denkwürdigen Konfrontation. Der Richter, den die Angeklagte konsequent und durchgängig "eine Marionette" des Präsidenten nannte, fragte Julija Timoschenko nach der sehr negativen Aussage ihres früheren Mitstreiters Juschtschenko überraschend entgegenkommend, ob sie denn noch Fragen an den Zeugen habe. "Nein", sagte die Angeklagte, nun nicht mehr in der Rolle von Maggie oder Evita, sondern ganz die neuzeitliche Jeanne d'Arc, bereit fürs Feuer. "Ich möchte nicht die letzten Illusionen über unsere Revolution in Orange zerstören."

Sie würdigten sich keines Blickes mehr. Das Traumpaar im Rosenkrieg, Endstadium. Und die Ukraine mittendrin im Scherbenhaufen. ◆

DER SPIEGEL 42/2011
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