GEORGIEN
Heroin im Gepäck
Seit fast zwei Jahren sitzt der türkische Unternehmer Orhan Aksu in einem Gefängnis der Hauptstadt Tiflis - und das hat ausgerechnet seine eigene Firma gebaut. Die Behörden des Kaukasusstaates werfen dem Mann unter anderem Bestechung und Bilanzfälschung vor. Auch Hamza Kaputoglu, ein türkischer Teehändler, ist seit sieben Monaten in Georgien inhaftiert, weil er Rauschgift geschmuggelt haben soll. Laut türkischen Medienberichten sitzen zurzeit rund 60 türkische Unternehmer wegen ähnlicher Delikte in georgischen Haftanstalten. Angehörige beschuldigen Tiflis, es fülle durch willkürliche Verhaftungen seine Staatskasse auf: Reichen Geschäftsleuten werde Heroin ins Gepäck gesteckt oder eine andere Falle gestellt. Die Polizei ertappe sie dann - um sie gegen Kaution wieder freizulassen. 33 Türken seien erst wieder auf freien Fuß gelangt, nachdem sechsstellige Dollarbeträge geflossen seien, berichten die Medien. In einigen Fällen hätten sogar der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und Außenminister Ahmet Davutoglu bei den Georgiern interveniert. Schota Utiaschwili, Sprecher des georgischen Innenministeriums, wies die Anschuldigungen der Türken zurück. "Die Türkei ist leider ein Knotenpunkt des internationalen Drogenhandels, vor allem für Heroin aus Afghanistan." Sein Land habe deshalb entsprechende Maßnahmen ergriffen. Der Vorwurf, die Polizei habe den Unternehmern Drogen untergeschoben, sei kompletter Unsinn.