AKTIVISTEN
Der Maskenmann des FBI
Die Jacob-Riis-Siedlung im East Village gehört zu den ärmeren Gegenden Manhattans. Zwischen Touristenbars und einem Highway leben hier in 19 Backsteinbauten über 4000 Menschen in Sozialwohnungen, häufig Zuwanderer aus Lateinamerika ohne Job, Geld und Perspektive.
Einer von ihnen war Hector Xavier Monsegur. Der 28-jährige Arbeitslose puerto-ricanischer Abstammung lebte in Apartment 6F und kümmerte sich um die beiden Töchter seiner inhaftierten Tante. Was er sonst hinter jener Tür trieb, auf der ein abgewetzter Aufkleber der US-Flagge prangt, wusste niemand so genau.
Bis vorigen Dienstag, als die US-Bundespolizei FBI bekanntgab, dass sechs mutmaßliche Hacker festgenommen worden seien. Seither wurde Monsegur in der Riis-Siedlung nicht mehr gesehen. Sein neuer Aufenthaltsort ist geheim, dafür ist seine doppelte Identität nun weltbekannt.
Monsegur war der Mann hinter der Maske, unter dem Pseudonym "The Real Sabu" entwickelte er sich zu einer der führenden Stimmen von Anonymous. Er galt als Phantom, war lange einer der meistgesuchten Hacker der Welt.
Außerdem war er ein Verräter. Seit vergangenem Juni arbeitete Monsegur mit dem FBI zusammen, dank seiner Hilfe gelang den Fahndern der bislang spektakulärste Schlag gegen eine aggressive Splittergruppe des Kollektivs.
Nun steht die Szene unter Schock, auf Twitter wird Sabu wahlweise als "Judas" oder "Ratte" beschimpft. Seit Jahren verstecken sich zahllose Aktivisten, auch "Anons" genannt, erfolgreich hinter der Anonymous-Maske und ihren Pseudonymen. Sie waren stolz auf die dezentrale, führerlose Struktur ihrer Bewegung, auf ihre Hacker-Angriffe, die immer für Aufsehen sorgten - aber nur selten aufgeklärt wurden.
Nun gibt es nicht nur ein neues Gesicht für Anonymous, sondern mehrere. Es zeigt sich, dass die eigentlich anarchisch-egalitär geprägte Truppe zumindest zeitweise von einigen führenden Köpfen geprägt und radikalisiert wurde. Sie hätten einer gefährlichen Gruppe der Bewegung "den Kopf abgeschlagen", feiern US-Ermittler sich nun selbst, ihr Zugriff sei "vernichtend".
Ihr Triumph mag vorschnell sein, doch die Verunsicherung unter den Aktivisten ist groß. Es geht um die Schlagkraft ihrer Attacken, die künftig womöglich leichter zu entlarven sind; es geht um ihr Selbstverständnis, um ihre Ausrichtung zwischen bloßer Spaß-Guerilla und "Hacktivismus" aus politischen Motiven. Und es geht um den Korpsgeist der Anonymen. Wem können sie noch trauen, wenn das FBI erfolgreich V-Leute in ihrer Mitte platziert?
Etwa ein Jahrzehnt nach ihren Anfängen geraten die Anons in eine Identitätskrise: Ist die Bewegung durch den FBI-Zugriff am Ende? Oder wird sie im Gegenteil sogar gestärkt, weil immer neue Aktivisten nachrücken - getreu ihrem Motto: "Wir sind viele. Wir vergeben nicht. Wir vergessen nicht"?
Wenn in ihrer diffusen Gruppe so etwas wie ein einendes Moment existiert, ein zentrales Glaubensbekenntnis, dann ist es ihre radikale, kämpferische Forderung nach Freiheit.
Diese Freiheitsbewegung findet sich auch in anderen Organisationsformen wieder; in den USA gibt es Stiftungen wie die Electronic Frontier Foundation, die ähnliche Ideale verfolgen, es gibt die internationalen Piratenparteien, es gibt die Enthüllungsplattform WikiLeaks. Sie alle treten für ein freies und weithin unreguliertes Internet ein.
Keine zweite Gruppe aber agiert so radikal und - mitunter - auch so kriminell, wie es manche Aktivisten unter der Dachmarke Anonymous tun. Hier finden sich Mitstreiter zusammen, die alle kreativen und destruktiven Möglichkeiten des Internets kennen und virtuos mit dem Instrumentenkasten der digitalen Welt umgehen.
Es ist ein Clan, der schon mal mit jakobinischem Furor agiert und früheren sozialen Strömungen gleicht; zum Beispiel in der Frage, ob "gewaltsame Mittel" zur Durchsetzung dieser Anliegen legitim sind. Und wenn ja, wie weit diese Gewaltanwendung gehen darf.
Wie viele andere Bewegungen zuvor knüpft Anonymous erfolgreich an eine Revolutionssehnsucht an, verbindendes Symbol ist die Grinsemaske aus der Comic-Verfilmung "V wie Vendetta", das Konterfei des fanatischen katholischen Revoluzzers Guy Fawkes, der 1605 das englische Parlament in die Luft jagen wollte.
Die Maske tauchte schon beim ersten größeren Anonymous-Projekt auf - dem Kampf gegen Scientology. Andere Anons legten sich mit der mexikanischen Drogenmafia an, sie kaperten aus Protest gegen Internet-Reglementierung und staatliche Überwachung die Websites der CIA, des FBI und des US-Senats, in Europa machten sie gegen das Urheberrechtsabkommen Acta mobil.
Jeder kann unter dem Label Anonymous auftreten, das ist Teil der Faszination. Es ist eine Bewegung der Selbstermächtigung: eine amorphe Masse, die sich nur zu selbstgewählten Schlachten formiert. Nur wenige kennen einander persönlich, im Netz sind Anons unter Pseudonymen unterwegs.
In dieser Szene war The Real Sabu alias Hector Xavier Monsegur eine Legende. Allein beim Kurznachrichtendienst Twitter, seinem bevorzugten Draht in die Außenwelt, hatte er fast 45 000 Follower aus aller Welt.
Monsegur ist, anders als viele Anonymous-Mitläufer, ein echter Hacker. Schon vor zehn Jahren, so berichtete er seinen Fans in einer Art Online-Sprechstunde vergangenen Sommer, manipulierte er Websites und hinterließ das Kürzel Sabu als Kennung.
Zu Anonymous stieß er nach eigenen Angaben wie viele andere Aktivisten rund um die WikiLeaks-Enthüllungen. Das Schicksal von Julian Assange habe ihn dazu motiviert, den angeblichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning bezeichnete Sabu als "Inspiration".
Laut FBI-Unterlagen bekennt sich Monsegur tatsächlich schuldig, an der "Operation Payback" teilgenommen zu haben. Es war diese "Strafaktion", die Anonymous erstmals außerhalb der Netzgemeinde eine größere Öffentlichkeit bescherte. Auslöser waren Finanzdienstleister wie PayPal, Visa und Mastercard, die den Zahlungsverkehr mit WikiLeaks einstellten, nachdem die Enthüllungsplattform zusammen mit Medien wie dem SPIEGEL diplomatische Depeschen des US-Außenministeriums veröffentlicht hatte.
Die Blockade führte zu einem Sturm der Entrüstung auf Twitter und zu einer Attacke auf die Websites der Unternehmen, die zeitweise nicht mehr erreichbar waren. Der Angriff war die Blaupause für eine beliebte Anonymous-Methode, auch weil sie vergleichsweise einfach ist.
Es reicht, eine kleine Software aus dem Netz herunterzuladen, in einer Befehlzeile eine Ziel-Website einzutippen und dann den Aufrufen via Twitter oder den einschlägigen Anonymous-Chats zu folgen: "Fire, fire, fire!"
Wie diese Aktionen zu bewerten sind, ist umstritten. Man kann der Auffassung sein, dass sie sich kaum von den Straßenblockaden und Sit-ins früherer Tage unterscheiden, dass sie eine neue Protestform sind, um gegen durchaus kritikwürdiges Verhalten etwa der Finanzkonzerne zu protestieren - sicher grenzwertig, aber ein schweres Verbrechen?
Betroffene und Behörden sind davon überzeugt. Staatliche Stellen haben den Kampf gegen die Auswüchse der neuen Bewegung aufgenommen. Im Sommer 2011 nahm das FBI in den USA 14 mutmaßliche Anonymous-Aktivisten fest, nachdem PayPal der Behörde verdächtige IP-Adressen übergeben hatte. Auch in den Niederlanden und Großbritannien schlugen die Ermittler zu.
Es war der erste großangelegte Versuch, Anonymous weniger anonym zu machen, der Bewegung Gesichter zuzuordnen - und die waren häufig sehr jung. In Großbritannien standen die Polizisten im Zimmer eines 16-Jährigen; in den USA erwischte es eine 20-jährige Journalistikstudentin an der Universität von Nevada, die unter dem Kürzel "No" aktiv war. Sollte sie in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen werden, drohen ihr 15 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 500 000 Euro.
Während die Behörden ihren Verfolgungsdruck spürbar verschärften und die Justiz mit drakonischen Strafforderungen auf Abschreckung setzte, gingen Sabu und einige Gefährten immer radikaler vor. Unter dem Namen "LulzSec" machten sie sich als autonome Untergruppe von Anonymous selbständig und starteten eine 50-tägige Hacking-Kampagne, wie sie das Internet bis dahin nicht gesehen hatte. In schneller Folge brachen sie unter anderem in die Server von Konzernen wie Fox, Sony und Nintendo ein, dann veröffentlichten sie die privaten Daten von Kunden. Der brachiale Kurs stieß auch innerhalb von Anonymous auf erhebliche Kritik.
Spätestens mit seiner Führungsrolle bei LulzSec hatte Sabu die Aufmerksamkeit der Bundespolizisten erregt. Sie machten sich auf die Suche nach dem Gesicht hinter dem Pseudonym.
Wie bei mysteriösen Serienmördern erstellte das FBI psychologische Profile über die Führungscrew, zu der auch die Anons "Topiary" und "Kayla" zählten. Die Ermittler beobachteten ihr Online-Verhalten und analysierten ihren Sprachgebrauch.
Sie stellten fest, dass The Real Sabu für die anderen Aktivisten eine Autorität war, einer, der Ziele benannte, andere anstiftete oder maßregelte. Sie vermuteten hinter dem Pseudonym, das auf einen bekannten amerikanischen Wrestler anspielt, einen Mann mit narzisstischen Neigungen an der US-Ostküste und lagen damit nicht falsch.
Doch zum Verhängnis wurde dem Hacker seine Unachtsamkeit. Einmal bewegte sich Sabu in einschlägigen Foren, ohne jenes Anonymisierungsverfahren zu aktivieren, das er ansonsten stets nutzte. Das genügte den Ermittlern. Die IP-Adresse seines Rechners führte sie direkt in die Wohnung 6F in der New Yorker Jacob-Riis-Siedlung.
Monsegur bekannte sich in zwölf Punkten schuldig. Würde er in allen verurteilt, drohten ihm 124 Jahre und sechs Monate Haft. Für seine Kooperation wurde ihm ein weitgehender Strafrabatt in Aussicht gestellt, gegen eine Kaution von 50 000 Dollar kam er frei. Fortan konnte Sabu die eigene Bewegung unterwandern, das FBI lieferte ihm eine speziell präparierte Ausrüstung und überwachte ihn.
Nach außen ließ er sich nichts anmerken, noch in der vorigen Woche rief Sabu via Twitter zu neuen Raubzügen auf. Interpol habe Anonymous "den Krieg erklärt", schrieb Monsegur, "infiltriert sie". Er beschimpfte die "Scheiß Feds" als "Feiglinge" - obwohl er längst die Seiten gewechselt hatte.
Offenbar funktionierte der vermeintliche Staatsfeind als Zuträger so zuverlässig wie als Hacker. Arglos informierten ihn seine Anonymous-Freunde über ihre neuen Angriffsziele und Erfolge, manchmal lagerten sie auf sein Geheiß ihre Beute sogar auf einem Server, der nur scheinbar zur Bewegung gehörte - in Wirklichkeit aber vom FBI betrieben wurde.
Hatte Monsegur neben der Identifizierung anderer Köpfe auch die Aufgabe, die gesamte Bewegung weiter zu radikalisieren und damit zu diskreditieren? Sind seine wichtigsten Mitstreiter jetzt enttarnt, oder droht bald eine weitere Verhaftungswelle?
Wie ernst es den Fahndern ist, hat FBI-Chef Robert Mueller jüngst klargemacht: "Die Bedrohung aus dem Cyberspace wird die Bedrohung Nummer eins im Land sein." Mit aller Härte sollen seine Beamten gegen Anonymous vorgehen, in enger Zusammenarbeit mit internationalen Behörden. Erst in der vorvergangenen Woche hatten Ermittler mit der "Operation Demaskierung" in Südamerika und Spanien zugeschlagen. Solche Aktionen zeigen, "dass Kriminalität in der virtuellen Welt für die Verantwortlichen reale Konsequenzen hat", kommentierte ein Beamter von Interpol.
Was das bedeutet, konnte vorige Woche in Chicago Jeremy H. erleben, der dem FBI durch Monsegurs Hilfe in die Falle ging.
Er war offenbar ein führendes Mitglied der Anonymous-Kadergruppe "AntiSec", die vor allem auf Sicherheit spezialisierte Behörden und Firmen im Visier hat und über Weihnachten in die Server des US-Informationsdienstes Stratfor eingebrochen war. Die Hacker hatten dabei unter anderem 860 000 Kundendaten entwendet, in 60 000 Fällen sogar samt Kreditkartendaten, sowie mehrere Millionen E-Mails. Danach löschten sie die internen Datenbanken und verkündeten ihre Tat am 24. Dezember auf Stratfors Website. Das FBI beziffert den entstandenen Schaden auf mehrere Millionen Dollar.
Noch während und kurz nach dem Angriff prahlte Jeremy H. in Chats mit der Aktion. Sabu war FBI-Unterlagen zufolge oft dabei oder erhielt die Chat-Protokolle später von anderen Beteiligten.
Dadurch verfolgten die Ermittler die Tat sozusagen live, sie lasen mit, wie Anons ihren Einbruch feierten ("Wir haben eine große und ernstzunehmende Intel-Firma zerstört"). Und sie sorgten dafür, dass Sabu den Angreifern einen Server anbot, auf dem sie ihre gestohlenen Daten zwischenlagern konnten. So überspielten die ahnungslosen Täter einen Teil ihrer Beute direkt an das FBI.
Kurz nachdem AntiSec den Coup vermeldet hatte, kommunizierte Sabu im Chat mit Jeremy H. und scherzte: "Ihr Motherfuckers werdet noch dafür sorgen, dass ich durchsucht werde." Da saßen die FBI-Beamten längst neben ihm.
Unter Hochdruck arbeiteten sie seither daran, H. zu enttarnen, was nicht einfach war, denn er nutzte mindestens sieben verschiedene Kürzel und Pseudonyme.
Auf Rechnern ihres Informanten Sabu fanden die Ermittler schließlich entscheidende Hinweise. In älteren Chat-Protokollen konnten sie nachlesen, wie H. Sabu von früheren Problemen mit der Polizei berichtet hatte: Er habe Ärger wegen Marihuana-Besitzes bekommen, schrieb H., auch sei er in Polizeigewahrsam gewesen, weil er auf einer Parteiveranstaltung der Republikaner protestiert habe.
Solche Puzzleteile führten die Beamten zu einem roten Klinkerbau im Chicagoer Süden, dem Wohnsitz des 27-jährigen Jeremy H. Vom 29. Februar an überwachte das FBI das Haus und die Internetverbindungen seiner Bewohner. Der letzte Spitzeleinsatz von Sabu begann.
Er meldete, wann der Stratfor-Hacker online war und wann er sich verabschiedete. Die Beamten vor Ort in Chicago verglichen das mit den Zeiten, in denen Jeremy H. das Haus verließ; es passte. In der Nacht auf vorigen Dienstag holten sie H. ab, dem sie nun nachweisen zu können glauben, dass er unter anderem als "Anarchaos" und "sup_g" ein wichtiger AntiSec-Hacker war.
Und nun? Beide Seiten, Fahnder und Hacker, sind jetzt dabei, die Folgen des FBI-Zugriffs zu verarbeiten. Die Ermittler wirken mit ihrem Coup zufrieden. "Anonymous besteht aus einem kleinen Kreis versierter Hacker und einer großen Schar von Mitläufern", sagt ein mit dem Fall vertrauter Beamter. "Dieser kleine Kreis der echten Hacker ist nun empfindlich getroffen."
Doch die Behörde muss auch mit peinlichen Fragen rechnen. Warum hat sie Sabu nicht früher aus dem Verkehr gezogen? Wie konnte sie es zulassen, dass ihr Informant junge Anons zu Straftaten motivierte, die sie ohne ihn womöglich nicht begangen hätten? Und was ist mit dem Stratfor-Hack, den Sabu mit einem FBI-Server unterstützte - hätten die Beamten die Veröffentlichung der E-Mails womöglich verhindern können?
Bei Anonymous rätseln Mitstreiter seit Tagen über ihre Zukunft, in der Szene herrscht eine Mischung aus Unglauben, Verunsicherung und blankem Hass auf den Verräter. In einschlägigen Kanälen wird viel über eine bessere Eigensicherung geschrieben und vor allem darüber spekuliert, was das FBI an weiteren Informationen gewonnen haben könnte - etwa über die jüngste Zusammenarbeit von Anonymous mit WikiLeaks und dessen Gründer Julian Assange.
Einen "Abkühlungseffekt" vermutete umgehend die Anonymous-Expertin Gabriella Coleman in der "New York Times". Die Anthropologin von der kanadischen McGill-Universität erwartet, die Bewegung werde nun intensiv reflektieren müssen: "Wer sind wir? Was wollen wir sein?"
Die ersten Anons allerdings haben diese Phase bereits abgeschlossen, sie vergleichen Anonymous mit einer Hydra: Wo ein Kopf abgeschlagen werde, wüchsen sofort zwei neue nach.
So ähnlich war es auch in der Vergangenheit, repressive Maßnahmen der Behörden haben Aktivisten selten abgeschreckt, eher weiter radikalisiert.
"Anonymous ist längst über LulzSec und Sabu hinausgewachsen", hieß es in einer vielfach weiterverbreiteten Twitter-Botschaft. Der bekannte Anonymous-Vertreter Barrett Brown, bei dem vorige Woche ebenfalls durchsucht wurde, kündigte bereits an, das FBI könne eine "größere Antwort" erwarten.
Tatsächlich entschieden einige Anonymous-Mitstreiter noch am Dienstag, ihre Schlagkraft unter Beweis zu stellen. Nur Stunden nach der FBI-Pressemitteilung hackten sie die Seite der Sicherheitsfirma Panda Security - nachdem der Forschungsleiter sich im Firmen-Blog über die FBI-Zugriffe gefreut und prognostiziert hatte, damit würden die ernstzunehmenderen Hacks im Namen der Bewegung wohl Geschichte sein.
Die AntiSec-Hacker platzierten auf der Website des Unternehmens einen offenen Brief an Monsegur: "Verrat ist etwas, das wir nicht vergeben."
Sabu, der früher manchmal Dutzende Nachrichten täglich allein via Twitter abfeuerte und häufig 16 Stunden täglich online war, schweigt.
Aufmerksame Leser seiner Online-Sprechstunde aus dem vorigen September hätten vielleicht etwas ahnen können. Er riet jungen aufstrebenden Hackern, allein zu arbeiten und in Gruppen auf maximale Eigensicherung zu achten: "Freunde werden dich am Ende fertigmachen, wenn sie dazu gezwungen werden."