AFGHANISTAN
Taliban verweigern Gespräche
Die im Januar angekündigten Verhandlungen zwischen den USA und den Taliban werden offenbar vorerst nicht stattfinden. Erst hatten die Koran-Verbrennungen durch die US-Armee und der Amoklauf eines amerikanischen Soldaten in der Provinz Kandahar das Klima belastet. Dann gaben die Taliban eine Aussetzung der Gespräche wegen des "erratischen" Verhaltens der US-Regierung bekannt, die ständig neue Forderungen erhebe. Nun kündigte die Regierung Katars eine Schlüsselvoraussetzung für die Verhandlungen auf: die Sicherheitsgarantie für fünf hochrangige Taliban, die aus dem Gefangenenlager Guantanamo freigelassen und nach Katar überstellt werden sollten. Washington verlangt für die fünf ein striktes Reiseverbot, Katar will dies nicht garantieren. Afghanistans Präsident Hamid Karzai hatte die Gespräche torpediert, da die Taliban nicht mit ihm, sondern nur mit den USA direkt verhandeln wollen. Ein enger Verwandter von Tayyeb Agha, dem Verhandlungsführer der Taliban, bezeichnet den Abbruch der Gespräche ausdrücklich als temporär. "Wir wissen, dass es ohne die Gespräche mit den USA nie eine Lösung geben wird", so Syed Akbar Agha. Bedingung für einen Neustart sei eine verlässliche Ansage, die fünf Taliban aus Guantanamo freizulassen.