TIERE
Kraftwerk im Schneckenhaus
Amerikanische Forscher haben eine Schnecke in eine Bio-Batterie, eine lebende Stromfabrik, verwandelt. Dafür implantierten die Wissenschaftler dem Tier zwei winzige Elektroden durch das Schneckenhaus hindurch in die Körperhöhle. Dort werden die Elektroden von der sogenannten Hämolymphe, einer Mischung aus Schneckenblut und Körperflüssigkeit, umspült. An der einen Elektrode oxidieren Enzyme die in der Hämolymphe enthaltene körpereigene Glucose der Schnecke. Dabei werden Elektronen frei, die zur anderen Elektrode wandern: Strom fließt - und kann in einem Akku gespeichert werden. Immerhin rund 0,2 Mikrowatt erzeugte die Versuchsschnecke auf diese Art. Insgesamt lebte sie mit diesem Implantat mehrere Monate. Auf lange Sicht hoffen die Wissenschaftler, mit dem körpereigenen Strom winzige Kameras oder Sensoren betreiben zu können. Schnecken, Würmer oder Insekten könnten dann zum Beispiel als lebendige Sonden die Verschmutzung oder die radioaktive Verseuchung von Böden messen.