KANARISCHE INSELN
Schatz im Meer
Die von der spanischen Regierung genehmigten Probebohrungen nach Öl könnten die Umwelt verschmutzen und Touristen abschrecken, künftig die Kanarischen Inseln zu besuchen. Das befürchten große deutsche und britische Reiseunternehmen. Mehr als zehn Millionen Ausländer haben vergangenes Jahr Ferien auf den zwischen Spanien und Marokko gelegenen Atlantikinseln gemacht, das war neuer Rekord. Tausende Demonstranten auf Lanzarote und Fuerteventura forderten vorige Woche von Madrid, den Aufschwung nicht zu gefährden. Die Strände der Inseln liegen zwischen 10 und 60 Kilometer von jenem Gebiet entfernt, das für die Bohrungen ausgewiesen ist. Der Minister für Industrie, Energie und Tourismus in Madrid, José Manuel Soria, ist zwar ebenfalls ein Kanare, zeigt sich jedoch über die Aussichten auf Ölförderung erfreut: "Das wäre das Beste, was Spanien passieren könnte." Man dürfe den Schatz unter dem Meeresgrund nicht allein den Marokkanern überlassen, so Soria. Spanien muss fast 100 Prozent seines Erdölbedarfs importieren. Der Minister schätzt, dass sich die Energierechnung des Landes um 28 Milliarden Euro verringern würde, sollte sich die Vorhersage des Konsortiums um den spanischen Ölkonzern Repsol erfüllen. Demnach könnten 20 Jahre lang täglich 140 000 Barrel Öl vor den Inseln gefördert werden.